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Pfingsten auf Sylt : Kampen rüstet sich fürs Party-Wochenende

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

1000 Tickets à 95 Euro – die Sturmhaube ist Sonntag bereits ausgebucht. Sicherheitsdienste sollen in den Lokalen und auf den Straßen das Partyvolk im Auge behalten.

Pfingsten in Kampen – das ist für viele Partywütige schon Tradition. Vor allem am Pfingstsonntag fließt hier der Alkohol in Strömen, wird die Nacht zum Tag gemacht. Von der Sturmhaube im Nordwesten über den Strönwai bis zum Club Rotes Kliff zieht sich die Partymeile. Doch vor drei Jahren geriet die feiernde Menge außer Kontrolle – das Besäufnis sorgte für Negativ-Schlagzeilen. Ein Ereignis, das sich nicht wiederholen soll.

4000 Gäste – so viel sollen sich damals an der Sturmhaube zur Party versammelt haben. Mit so einem Andrang hatten weder Veranstalter noch die Ordnungskräfte gerechnet. Die Polizei musste einschreiten, weil die Situation zu eskalieren drohte, und die Menschenmenge auseinander treiben. Die Beamten sprachen hinterher von „Chaos“. Die Kampener waren noch tagelang damit beschäftigt, Scherben und andere Hinterlassenschaften der feiernden Gäste zu entsorgen.

Daraufhin setzten sich Gastronomen, Polizei, Ordnungsamt, DRK und Feuerwehr an einen Tisch und erarbeiteten ein Sicherheitskonzept, das sich 2014 und 2015 bewährt und auch für das kommende Wochenende noch Bestand hat. Sowohl Gastronomen als auch die Gemeinde haben Sicherheitsdienste engagiert, deren Mitarbeiter in den Lokalen und auf den Straßen das Partyvolk im Auge behalten. Alle Beteiligten haben sich in einer Whatsapp-Gruppe vernetzt, berichtet Ute Ernst vom Tourismusservice Kampen. Die Hauptstraße wird zur Tempo-30-Zone erklärt und die Ampelanlage läuft Tag und Nacht.

Im „Hotspot“ Sturmhaube finden an jedem Tag maximal 1000 Personen Einlass, die sich vorab Tickets gekauft haben – zum Stückpreis von 75 Euro (Freitag) oder 95 Euro. Darin ist ein Verzehrgutschein von 50 Euro enthalten. Musikalisch läuft in der Sturmhaube nicht etwa nur tumber Electro. Am Plattenteller stehen DJ David Banks & Friends, die sich mit Remixen von Xavier Naidoo, Cassandra Steen, The Boss Hoss, Nena, Kool Savas, Glasperlenspiel und Aura Dione einen Namen gemacht haben. Für Unterstützung sorgen Musiker mit Percussion, Violine und Gitarre. Pfingsten – darauf legt Sturmhaube-Betriebsleiter Jörn Steffen großen Wert – ist nicht nur ein Event für das junge Partyvolk, sondern für die ganze Familie. Eltern, die hier schon vor Jahrzehnten die Nächte durchgemacht haben, essen und feiern gemeinsam mit ihren Kindern – und genießen gemeinsam „ihre“ Insel.

Freitag geht es um 18 Uhr los, Sonnabend und Sonntag schon um 12 Uhr mittags. Abends um 23 Uhr wird in der Sturmhaube die Musik leiser gedreht. In den anderen Lokalen zwischen Sturmhaube und Club Rotes Kliff dürften die Partys länger gehen. Die Gäste der Sturmhaube erhalten fälschungssichere nummerierte Tickets mit Hologramm, die nur zum einmaligen Eintritt berechtigen. Wer rausgeht, kommt nicht wieder rein – so soll verhindert werden, dass gerade 18- bis 21-Jährige zwischendurch im Auto „vorglühen“. Der Sonntag ist ausgebucht, für Sonnabend gibt es noch Restkarten, der Freitag ist weniger ausgelastet.

„Pfingsten war schon immer ein Party-Wochenende – vor allem für das junge Publikum“, erinnert sich die Kampener Bürgermeisterin Steffi Böhm. Eine Tradition, die an der Buhne 16 begonnen hat und nun an der Sturmhaube ihre Fortsetzung findet. „Wer Pfingsten seine Ruhe sucht, ist am Strönwai nicht richtig aufgehoben.“

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