Erstes White Dinner auf Sylt : Kampen feiert ganz in Weiß

Der Kampener Strand gestern Abend aus Drohnen-Sicht.
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Der Kampener Strand gestern Abend aus Drohnen-Sicht.

Champagner, Bademäntel und kalte Böen: Gestern feierte Kampen sein erstes White Dinner am Meeresstrand.

shz.de von
23. Juli 2015, 05:57 Uhr

Käse, Baguette und weißer Champagner: Beim ersten White Dinner der Gemeinde Kampen picknickten gestern rund 400 ganz in Weiß gekleidete Menschen am Strand vor Haus Kliffende. An einer 180 Meter langen festlichen Tafel trafen sich ab 19 Uhr Junge und Alte, Insulaner und Gäste, um direkt am Flutsaum gemeinsam zu feiern. Tische und Bänke – dekoriert mit weißen Tüchern, Kerzen und Strandhafer – waren vorab von der Gemeinde aufgebaut worden. Essen und Getränke musste jeder selbst mitbringen – mit prall gefüllten Körben und Taschen zogen die Menschen an den Strand. Wer keinen Platz am Tisch mehr fand, setzte sich in einen der Strandkörbe oder einfach in den Sand. Kampens Tourismusdirektorin Birgit Friese zeigte sich begeistert von dem Event: „Wir sind extrem zufrieden mit diesem Abend und vor allem mit unseren kreativen Gästen.“

„Die Idee, ein White Dinner zu veranstalten, ist großartig – beim ersten Mal muss man einfach dabei sein, damit es auch im nächsten Jahr stattfindet“, sagte Tessa Goehrmann. Seit rund 30 Jahren verbringt sie gemeinsam mit ihrem Mann und zwei Freunden den Sommer in ihrem Kampener Ferienhaus. Trotz der eher frischen Temperaturen waren sie elegant gekleidet und mit sommerlichen Hüten auf dem Kopf an den Strand gekommen. „Man muss auch mit Anstand frieren können“, sagte ihre Freundin Lie Schmidt.

Auch Birgit Teuber ließ sich die gute Laune vom Wetter nicht vermiesen. Die Berlinerin, die gemeinsam mit ihrem Sohn Jan (9) und Freunden zum White Dinner gekommen war, sah es entspannt: „Wenn man schon so lange die Insel besucht wie wir, dann kann einen das wechselhafte Nordseewetter nicht mehr schrecken.“

Dass die richtige Kleidung wichtig ist, findet auch der frisch vermählte Ulrich Blömer. Zusammen mit seiner Braut und den Hochzeitsgästen feierte er seine Eheschließung auf Sylt beim weißen Abendessen in Kampen. „Das ist eine super Feier, vor allem, weil meine Gäste ihr eigenes Essen mitbringen“, sagte er lachend. Bei Schinkenbroten mit Knoblauchbutter und kaltem Weißwein genossen sie den Abend. Praktischer, aber im Udo-Jürgens-Gedächtnislook nicht weniger cool, zeigte sich die Frottee-Fraktion des Abends, die dem kalten Nordseewind in weißen Hotelbademänteln trotzte. Und dass ein Dinner an der frischen Nordseeluft das Sozialverhalten fördert, zeigte sich auch daran, dass viele ihre mitgebrachten Salate, das Obst und den Wein mit den Nachbarn teilten.

Nach rund einer Stunde verlassen die Ersten die prächtige Dinner-Tafel. Um sich vor dem Wind zu schützen und bequemer zu sitzen, schleppen einige Gäste Strandkörbe an den Tisch. Die robusten Picknicker – die mit Fackeln und Kerzen weiterfeierten – wurden mit einem wunderschönen Sonnenuntergang belohnt, der die weiße Gesellschaft zum Abschluss für einige Minuten in blutoranges Licht tauchte.

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