Kampen dreht bei den Abwassergebühren an der Preisschraube

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06. November 2013, 00:32 Uhr

Der Druck auf die Toilettenspülung soll in Kampen zukünftig teurer werden. Die Gemeindevertretung beriet jetzt über die Anpassung der Gebührenordnung für die Abwasserbeseitigung durch die Ver- und Entsorgung Norddörfer GmbH (VEN). Die Gebühren sollen dabei besonders für Zweitwohnungsbesitzer und damit für Haushalte, bei denen über längere Zeit keine oder nur sehr wenig Abwässer anfallen, höher angesetzt werden. So will es zumindest die Gemeindevertretung und lässt diesen Ansatz nun rechtlich prüfen. Der Gedanke hinter dieser Umverteilung: „Wer weniger verbraucht, soll mehr zahlen“, sagte Bürgermeisterin Stefanie Böhm. „Und wer immer hier ist, der soll entlastet werden.“

Momentan berechnen sich die Kosten für die Entsorgung des Schmutzwassers aus den Haushalten über eine Grund- und eine Zusatzgebühr für die anfallende Abwassermenge. Dieses Prinzip soll auch beibehalten werden – nur die Berechnungsgrundlage soll sich nach dem Willen der Kommunalpolitiker ändern: Bisher zahlten die Kunden beispielsweise 16,40 Euro pro Mietwohnung. Zukünftig soll hier die Grundgebühr auf 18 Euro erhöht werden. Zusätzlich fallen dann wie bisher für jeden der 917 Kampener VEN–Kunden mindestens 1,85 Euro pro Kubikmeter als Zusatzgebühr an. Von einer Kostenexplosion kann man indes nicht sprechen, blieben die Kampener doch seit 1995 von Preissteigerungen verschont. „Die jetzige Anpassung entspräche einer jährlichen Erhöhung von 1,5 Prozent“, rechnet dazu VEN-Geschäftsführer Björn Hansen vor. Grund für das nötige Drehen an der Preisschraube seien dringende Modernisierungsarbeiten an Leitungen und Technik. „Beispielsweise muss die Zentrifuge in der Klärschlammhalle nach 20 Jahren erneuert werden“, so Hansen.


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