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Sylter Rundschau

22. August 2017 | 05:41 Uhr

Miris Sylt : Kalte Füße, heißes Gesicht

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In ihrer Wochenend-Kolumne versprüht SR-Autorin Miriam Köthe pure Vorfreude auf das Nationalfest der Friesen. Noch sechsmal schlafen, dann ist endlich wieder Biikebrennen. Sünhair!

Davon können Fuerte, Teneriffa und Mallorca im Februar nur träumen: Saisonbeginn. Während dort die meisten Cafés und Restaurants noch mit Holz verrammelt sind, muss man sich kommendes Wochenende auf Sylt schon fast abklatschen, wenn man einen Sitzplatz ergatternmöchte. Auch draußen. Sogar bei ’ner eiskalten Brise aus West und -2 Grad. Die Sylter und ihre Biike-Gäste sind und bleiben hartgesotten. Und wenn’s unten herum kalt wird, kippt man zur Not von oben etwas Heißes nach. Zugegeben sind die Temperaturen zur Zeit auf den Kanaren und Balearen deutlich kuscheliger, aber da ist halt tote Hose. Dann doch lieber dicke Jacke und Remmidemmi, oder?!

 

Endlich wieder Biike. Früher war es schlicht und ergreifend ein traditionelles Friesenfest unter Einheimischen, mittlerweile hat es sich zur absoluten Touristenattraktion entwickelt – und zum heimlichen Saisonbeginn. Allerdings muss ich eins zugeben: So ganz egal ist das Wetter dann doch nicht. Ich spreche da aus eigener Erfahrung.

 

Bei meiner ersten Biike hat es nicht einfach nur geregnet, nein, ich möchte von sintflutartigen Sturzbächen sprechen. Nicht nur, dass ich bereits vor der Biike-Rede bis auf die Unterhose durchnässt war, ich habe zudem nicht ein Wort der Rede mitbekommen – vor lautem Regengeprassel. Die Rede im folgenden Jahr habe ich ebenfalls nicht verstanden. Dieses Mal war aber nicht die Akustik schuld (trotz erneuten Dauerregens), sondern die Tatsache, dass ich kein Friesisch verstehe, außer den Sylter Ortsnamen. Die stehen schließlich auf allen Ortsschildern. Ach ja, und „Sünhair“, das heißt so viel wie Gesundheit oder Wohlsein, aber ich kenne es vor allem als friesische Variante von Prost.

Egal, bei dieser zweiten Biike war ich auf jeden Fall besser ausgestattet. Ich hatte einen Regenschirm im Gepäck. In jenem Jahr habe ich allerdings gelernt, dass man mit einem praktisch zusammenfaltbaren Knirps auf Sylt generell nicht gut beraten ist. Und schon gar nicht bei sechs Windstärken.

 

Aber auch das hat mich nicht abgehalten, im Jahr darauf trotz erneuter übler Wettervorhersage (Regenwahrscheinlichkeit 100 Prozent) einen dritten Anlauf zu starten – mit Stock-Regenschirm und Regenanzug (kein Witz). Alle drei Male musste ich nach der Biike-Veranstaltung zum Boxenstopp ins Appartement, denn die Aftershow-Party hätte ich schließlich weder als nasser Pudel noch im Regen-Zweiteiler feiern können.

 

Für die einen ist die Aftershow-Party nach der Biike das traditionelle Grünkohlessen in einem der unzähligen, meist lange Zeit vorher ausgebuchten Sylter Restaurants, für die anderen die Partys in den In-Locations in Kampen und Westerland. Ich habe grundsätzlich Lust auf beides. Erst leckere Grünkohl-Kalorien anfuttern und danach sofort wieder abtanzen. Wunderbar.

 

Nur noch sechs Mal schlafen, dann heißt es wieder: Kalte Füße, heißes Gesicht, lauwarmer Punsch, nach Feuer riechende Klamotten ... kurzum: Biike auf Sylt. Auf eine erfolgreiche Saison 2014!

 

Jeden Sonnabend beschreibt Miriam Köthe exklusiv für die Sylter Rundschau, was ihr auf Sylt so auffällt und gefällt. Die Kieler Journalistin besucht mit ihrem Mann, dem R.SH-Morningman Carsten Köthe, in jeder freien Minute die Insel.

 

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erstellt am 15.Feb.2014 | 14:00 Uhr

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