Westerland : Kämpfen mit Respekt und Disziplin

Geoffrey Ogara (39) boxt seit seinem 16. Lebensjahr. Jetzt will er die Liebe zu diesem Sport an Sylter Kinder weiter geben.  Foto: sr
Geoffrey Ogara (39) boxt seit seinem 16. Lebensjahr. Jetzt will er die Liebe zu diesem Sport an Sylter Kinder weiter geben. Foto: sr

Boxtrainer Geoffrey Ogara wird Sylter Elf- und Zwölfjährigen in der kommenden Woche das Boxen beibringen

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15. Oktober 2011, 08:30 Uhr

Westerland | Respekt, Disziplin, Konzentration - diese Worte benutzt Boxtrainer Geoffrey Ogara, wenn er von seiner Lieblingssportart spricht. Nicht über aufgeplatzte Lippen, blaue Augen und gebrochene Nasen.

Der 39-Jährige wird ab Dienstag im Rahmen des Herbstferienprogramms der Schulsozialarbeiter des Schulzentrums Sylt Boxtraining für Kinder anbieten. "Die Vorstellung, die jeder vom Boxen hat, ist ganz individuell geprägt, so Ogara. Für einige sei es eine gewalttätige Auseinandersetzung unter dem Deckmantel des Sports. Für andere bedeutet es harte körperliche Trainingsarbeit.

Der aus Uganda stammende Ogara hat gute Erfahrungen damit gemacht, Kinder im boxen zu unterweisen: "Die prügeln sich nicht auf dem Schulhof." Grund dafür sei, dass dem Nachwuchs nicht nur Schlag- oder Verteidigungstechniken beigebracht werden, sondern das, worum es im Boxen geht: "Um Respekt vor dem Gegner und um Kampf mit fairen Mitteln."

Er selbst hat eine Tischlerlehre in seinem Heimatland abgebrochen, weil er sich ganz dem Boxen verschreiben wollte. Seit seinem 16. Lebensjahr ist er von der Sportart fasziniert. 1991 dann holte ihn ein Trainer nach Deutschland, damit Ogara in der ersten Bundesliga mitboxte. "Ich habe dann eine Übungsleiterausbildung absolviert und unterrichte in den Offenen Ganztagsschulen in Schafflund und Leck."

Los gehen die ersten Kinder-Trainingsstunden oft mit Katz und Maus-Spielen, in denen einer versucht den anderen zu fangen und dann antickt, sobald er den Partner hat. So werden die allerersten Verteidigungstechniken erlernt. Ein Kopfschutz soll kleineren Verletzungen vorbeugen. "Jeder Schlag, den die Kinder lernen, wird beurteilt. Aus technischen Gesichtspunkten und auch vor dem Hintergrund, ob der Schlag gefährlich war für den Gegner." So werde Stück für Stück das Verständnis für die Folgen des Verhaltens im Boxring geweckt.

Durch private Kontakte zu den Schulsozialarbeitern des Schulzentrums Sylt, sei es dann zur Zusammenarbeit während der Herbstferien gekommen. Ogara: "Wir planen, wenn wir genug Sponsoren finden, nach den Ferien weiteren Unterricht, dann auch für ältere Kinder."

Interessierte Elf- und Zwölfjährige treffen sich am Montag, 17. Oktober, um 8 Uhr im Holzhaus mit Uta Callsen vom Schulsozialarbeiterteam zu einem ersten Kennenlernen.

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