zur Navigation springen

Kämmerer warnt vor aus dem Ruder laufenden Finanzen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

von
erstellt am 08.Jan.2014 | 00:34 Uhr

Die Abstände, in denen Kämmerer Harro Johannsen die Politiker der Gemeinde Sylt zu größerer Sparsamkeit ermahnt, werden immer kürzer und die von ihm gewählten Worte immer deutlicher: „Jetzt muss auf die Bremse getreten werden, sonst läuft das hier aus dem Ruder“, warnte er am Montag die Mitglieder des Finanzausschusses in der ersten Sitzung des neuen Jahres vor weiteren Großinvestitionen. Der Hintergrund war Johannsens turnusmäßiger Bericht über die gemeindliche Finanzlage nach dem 4. Quartal 2013. Durch den sieht sich der Kämmerer in den Befürchtungen bestätigt, mit denen er die Politiker bereits bei den Haushaltsberatungen im November konfrontiert hatte. Insbesondere die Gewerbesteuer als größte Einnahmequelle der Gemeinde entwickele sich negativ. Erstmals seit vielen Jahren werde hier für 2013 der Haushaltsansatz nicht erreicht. Statt der erwarteten 13 Millionen Euro lagen die Einnahmen zum Jahresende bei 12,7 Millionen. Johannsen: „In dieser Größenordnung wird es sich einpendeln.“ 2012 lagen die Gewerbesteuereinnahme noch bei 15,4 Millionen Euro.

Eine Entwicklung, die zumindest SPD-Fraktionschef Gerd Nielsen angesichts bundesweit sprudelnder Gewerbesteuereinnahmen, stutzen ließ. Zumal es auf der Insel in den beiden letzten Jahren auch keine eklatanten touristischen Einbrüche gegeben habe. Laut Johannsen liegen die Gründe zum einen an extrem vielen Nachzahlungen und Nachberechnungen für 2012, die es im vergangenen Jahr nicht gab. Zudem gebe es branchenunabhängig in einzelnen Betrieben „deutliche Einbrüche“.

Anlass zur Sorge bieten aber nicht nur die zurückgehenden Einnahmen, sondern auch die explodierenden Abgaben und Umlagen an Kreis und Land. Für 2015 erwartet Johannsen angesichts der geplanten Neufassung des Finanzausgleichsgesetzes sowie der Auswirkungen des Zensus weitere Verschlechterungen. Eine der Sorgen der Sylter ist, dass auch der Kreis Nordfriesland die Einnahmen die ihm verloren gehen, durch höhere Umlagen unter den Gemeinden ausgleichen wird. Derweil verfolgt die Gemeinde weiterhin ihren Widerspruch gegen das jüngste Zensus-Ergebnis, laut dem sie 1 350 Einwohner verloren hat. Ordnungsamtsleiterin Gabriele Gotthardt: „In Abstimmung mit dem Städteverband sammeln wir derzeit noch die Widerspruchsgründe. Und mit dem Statistikamt-Nord besteht Einvernehmen, den Sachverhalt gegebenenfalls vor Gericht klären zu lassen“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen