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Deutscher Schulpreis : Jury zeigt sich von Sylts Grundschule St. Nicolai begeistert

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Westerländer Grundschule nimmt am deutschen Schulpreis teil und wurde deshalb vergangene Woche ganz genau unter die Lupe genommen.

Nun wird es ernst im Rennen um den deutschen Schulpreis: Eine Vorjury aus Praktikern und Bildungswissenschaftlern hatte die St. Nicolai Grundschule auf der Basis von umfangreichen Bewerbungsunterlagen ausgewählt, bereits zu den besten 17 Schulen der Bundesrepublik zu gehören (wir berichteten).

Allein um am Preis teilzunehmen, muss eine Schule in sechs Qualitätsbereichen strenge Kriterien erfüllen: Leistung, Vielfalt, Unterrichtsqualität, Schulklima, Verantwortung und Schule als lernende Institution. Das konnten deutschlandweit nur 98 Schulen vorweisen, beworben hatten sich insgesamt rund 1  700 Schulen.

In der letzten Woche verweilte ein vierköpfiges Juryteam zwei Tage an der Grundschule, um alle Elemente persönlich vor Ort unter die Lupe zu nehmen. „Wir haben sehr viele Gespräche mit Schulleitung, Schülern, Lehrern, Elternvertretern und außerschulischen Partnern geführt und im Unterricht hospitiert, so dass wir uns ein Bild von dieser Schule machen konnten“ sagte Andrea Preußker, Projektleiterin von der Robert Bosch Stiftung, die den mit 250  000 Euro dotierten Preis zusammen mit der Heidehof Stiftung seit 2006 vergibt. Dezidierte Rückmeldungen wolle das Juryteam noch nicht geben, schilderte aber einen sehr positiven, ersten Eindruck.

„Wir suchen nach Schulen, die als Gesamtsystem eine hohe Qualität haben. Wir gucken sehr genau darauf, was eine Schule in Schwingung, in Entwicklungsdynamik bringt und zu welchen Entwicklungen das sichtbar geführt hat“, sagte Jury-Mitglied Helga Boldt, die in Wolfsburg eine Schule leitet. Dazu gehöre auch die Kooperation mit Kindertagesstätten und Anschluss-Institutionen, die Einbettung in die Bildungslandschaft der Insel sowie die von der Schule ausgehenden Impulse.

„Wenn ein vierköpfiges Team parallel bei einer Schule dieser Größenordnung mit offenen Augen und Ohren durch die Klassen geht, kann man sich ein gutes Bild machen“, so Boldt. Die Einbindung der Schule in die Bildung und die Kultur der Insel seien in einem ganz hohen Masse sichtbar geworden ist. Dieses würden nicht nur Aussagen von Kooperationspartnern der Schule belegen, sondern auch ein Feedback der Schüler, was sie an St. Nicolai außer Lesen, Schreiben und Rechnen lernen.

Die Jury hatte insbesondere den Eindruck, dass Heimatkunde groß geschrieben wird und die Schüler ihren kulturellen Hintergrund kennen. Die Grundschüler wüssten, dass die Insel keine fest gefügte Community ist, sie hätten sich daran gewöhnt, dass die Bevölkerung einem stetigen Wandel unterliegt. Abschiede von alten und Begrüßung von neuen Freunden würden die Schüler hier routiniert händeln. „Sie haben hier praktisch die ganze Welt in einem Klassenraum in einer Weise, das muss ich gestehen, wie ich es Westerland vorher nicht zugetraut hätte. Man verbindet von außen mit Westerland etwas anderes als so eine multikulturelle, mit hoher Begabungsvielfalt versehene Schule“, lobte Boldt die Einrichtung.

Das Resümee scheint durch und durch positiv: Die Delegation habe eine Schule wahrgenommen, die sich für alle Kinder der Insel verantwortlich fühlt, unabhängig von ihrer sprachlichen, intellektuellen oder sozialen Herkunft und Zukunft. Wenn dieses dann noch mit einer Selbstverständlichkeit von den Kindern mitgetragen wird, sei das ein Gewinn für das Leben auf der Insel.
Ende März legt die Jury die Finalisten fest. Hier werden dann jene zwölf deutschen Schulen nominiert, die am 8. Juni in Berlin an der feierlichen Endausscheidung mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier teilnehmen. Die Chancen auf ein Sommermärchen für St. Nicolai scheinen nicht schlecht zu stehen.

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