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Großübung der Jugendwehren : Junge Retter beweisen Nervenstärke

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Bei einer Großübung aller insularen Jugendwehren und dem Jugendrotkreuz wurden Notsituationen wie bei einem echten Einsatz nachgestellt.

„Ich weiß gar nicht, was los ist! Wo kam denn bloß das andere Auto her?“ Der Baggerfahrer steht unter Schock, gestikuliert aufgeregt mit den Armen. „Ganz ruhig, wir kümmern uns“, erklären zwei Kameraden der Jugendfeuerwehr. „Es ist alles okay.“

Am Parkplatz K4 kurz vor Hörnum hat es eine Massenkarambolage gegeben, die Beteiligten: Ein Bus der SVG Sylt, ein Bagger und drei PKW. Es ist eine Großübung aller insularen Jugendwehren, sowie dem Jugendrotkreuz Sylt unter der Leitung von Carmen Kloth und Simon Kippels. „Das Augenmerk liegt neben der Sicherstellung vom Brandschutz hauptsächlich auf der technischen Hilfeleistung“, erklärt Hörnums Jugendwart Sven Petersen, Organisator und Einsatzleiter dieser aufwendigen Übung. Als erstes vor Ort ist die Jugendwehr Hörnum, die Verletzten müssen beruhigt und betreut werden. Jugendgruppenleiterin Nele und ihre Mannschaft müssen in diesem bedrückenden Szenario ordentlich Nervenstärke beweisen. Auch die Westerländer Kameraden unter der Leitung von Sebastian sind gefordert, sie sind zuständig für den Baggerfahrer und zwei eingeklemmte Personen im Auto davor. Diese zu befreien ist kein leichtes Unterfangen, denn auf der Windschutzscheibe liegt die schwere Baggerschaufel.

Plötzlich gibt es einen heftigen Knall. Die Mannschaft der Jugendfeuerwehr Tinnum muss ebenfalls zwei schwer verletzte Personen aus einem Autowrack befreien, doch die Türen klemmen und die Zeit drängt. Beherzt schlagen die Kids daher die Heckschutzscheibe ein. „Los, rein da!“, ordert deren Leiterin Maike an und flugs wird eine Einsatzkraft ins Auto geschoben, um von innen die Türen zu öffnen. Auch die jungen Gruppenleiter Francois (Wenningstedt- Braderup) und Silja (List) haben ein großes Problem zu lösen: 15 Verletzte warten im beschädigten Bus auf Hilfe, darunter der (echte) Busfahrer, einige Betroffene sind bewusstlos. „Das wird jetzt eine sportliche Herausforderung, die aus dem Bus zu holen“, erklärt Gemeindewehrführer Wolfgang Kloth und beobachtet interessiert, wie der Nachwuchs von Feuerwehr und DRK die Aufgabe wohl meistert. Mit einer normalen Trage kommt man nicht um die Ecken, letztendlich werden eine Schaufeltrage und ein Tragetuch eingesetzt. Versorgt werden alle Verunfallten nach Dringlichkeit: „Wir mussten uns erstmal einen Überblick verschaffen und haben die Verletzten mit roten, gelben und grünen Bändern versehen“, erklärt Levke vom Jugendrotkreuz. „Die Roten sind am eiligsten.“

Als Beobachter fungieren neben den Jugendwarten unter anderem einige Wehrführer. „Die Jungs und Mädchen sind bestimmt aufgeregt“, weiß Andreas Mayer, Inselvertreter unserer Jugendfeuerwehren. „Trotzdem arbeiten sie strukturiert und sehr umsichtig. Ich würde mal sagen: Ein gutes Vorbild für ‚uns Großen‘.“


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