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Übungseinsatz : Jugendwehr für 24 Stunden im Einsatz

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Nachwuchskräfte der Westerländer Feuerwehr trainierten unter anderem, wie man Verletzte aus einem notgelandeten Flugzeug birgt.

Die Mitglieder der Westerländer Jugend-Feuerwehr haben am Wochenende für den Ernstfall geprobt. Von Freitagmittag bis Sonnabend waren die zwölf Kinder und Jugendlichen 24 Stunden lang im Einsatz: Unter anderem wurde geübt, wie Verletzte aus einem Auto geborgen werden und wie ein brennendes Flugzeug gelöscht wird. Außerdem musste eine Ölspur fachgerecht beseitigt werden, vermisste Menschen gesucht sowie ein Keller ausgepumpt werden. Ziel der großen Übung, die zum zweiten Mal auf der Insel stattfand, ist es, dass die Nachwuchskräfte den Alltag der Berufsfeuerwehr kennenlernen. Außerdem soll die Teamfähigkeit und Kameradschaft trainiert werden.

„Es ist alles super gelaufen - die Kinder und Jugendlichen waren gut strukturiert und haben keine wilden Sachen gemacht“, sagt Jugendfeuerwehrwart Borge Kruse am Tag nach der Übung. Bei der Nachbesprechung, an der auch der Gemeindewehrführer teilgenommen hatte, sei jedoch deutlich geworden, dass sich im Laufe der Zeit einige Fehler eingeschlichen hätten. „Das mag aber auch daran gelegen haben, dass die Jugendlichen schon so lange auf den Beinen waren“, sagt Kruse. Grundsätzlich sei er sehr zufrieden mit der Arbeit der Teilnehmer, die zwischen zehn und 18 Jahre alt sind. Begleitet wurde das Training von zehn Erwachsenen.

Höhepunkt der Szenarien, die zum größten Teil in Tinnum und Westerland stattfanden, war eine inszenierter Flugzeug-Notlandung am Sylter Flughafen. Die alte Maschine war dabei in einen Linienbus gestürzt und in Flammen aufgegangen. Aufgabe der jungen Retter war es nun, die Verletzten aus beiden Gefährten zu befreien. Puppen, die so schwer waren, dass auch die Kinder sie tragen konnten, dienten als Opfer. Spezieller Theaternebel erzeugte Qualm: Mit Atemschutz-Attrappen über den Gesichtern, löschten die Retter das Feuer. „Auf feste Sauerstoff-Flaschen auf dem Rücken wird bei den Kindern verzichtet“, erklärt Kruse.

„Das war spannend“, sagt Nieke Kruse. Auch wenn ihre Aufgabe bei dieser Einzelübung eher langweilig gewesen sei, bedauert die Zehnjährige, die seit rund anderthalb Jahren die Jugendfeuerwehr unterstützt. Die Leute an den Schläuchen hätten bestimmt mehr erlebt, vermutet das Mädchen, deren Vater die Gruppe leitet. Am aufregendsten habe sie das brennende Auto gefunden. Dabei war am letzten Oktoberwochenende auch Technik trainiert worden: Auf eine Straße wurde ein Autounfall simuliert. Der Wagen hatte sich überschlagen und Feuer gefangen – die Insassen waren eingeklemmt. Mit einem Bolzenschneider mussten die Helfer die Menschen aus ihrer misslichen Lage befreien und lernten, was passiert, wenn man brennendes Öl mit Wasser löscht. „Jede Übung hat den Vorteil, dass sich zuvor Gelerntes besser festigt“, sagt der Leiter. In 24 Stunden könne man als Betreuer einfach mehr zeigen und Anweisungen geben, als es sonst in den Übungsstunden der Fall sei. Die Übung soll im kommenden Jahr wiederholt werden.

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erstellt am 31.Okt.2016 | 03:22 Uhr

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