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Green Cut : Jugend filmt Sylts biologische Vielfalt

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Zwei Sylter FÖJler nehmen auf Sylt an dem Filmprojekt Green Cut teil. Durch den Einsatz moderner Videotechnik kommen sie dabei auch der Natur näher.

„Ich geh jetzt wieder rein, zähle bis fünf und komme dann raus. Okay?“, fragt Ronja Hallerbach. Timm Schulz guckt, ob die Einstellungen an der Kamera alle passen und nickt dann. „Ist gut.“ Die Tür des Erlebniszentrums Naturgewalten in List fällt ins Schloss. Fünf Sekunden später drückt Ronja sie auf und läuft – ohne die Kamera eines Blickes zu würdigen – auf die Promenade Richtung Mövenbergdeich. Timm lässt die Kamera sinken. „Danke, reicht.“

Ronja Hallerbach und Timm Schulz absolvieren ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) auf Sylt und nehmen an dem Filmprojekt Green Cut teil. Unter dem Motto „Jugend filmt biologische Vielfalt“ zeigen die jungen Freiwilligen, wie vielfältig der Einsatz für die Natur und den Schutz der Artenvielfalt sein kann. Das Ganze soll medial aufgezeigt werden. Dabei übernehmen die Freiwilligen sowohl die Verantwortung für die Produktion als auch für die dokumentarische Darlegung der Filminhalte – heißt es auf der Internetseite green-cut.de.

Herbert Dohlen von der Gesellschaft zur Förderung von Solidarität und Partnerschaft e.V., die das Projekt fachlich betreut, verbringt diese Woche ein paar Tage auf Sylt. Montag ging es in den Norden nach List, zu Ronjas FÖJ-Stelle im Erlebniszentrum Naturgewalten. Gestern stand Timms Einsatzstelle bei der Naturschutzgemeinschaft Sylt in Braderup auf dem Plan. „Die Idee hinter unseren Aufnahmen ist die, dass wir die Besonderheit der Artenvielfalt in den Wintermonaten filmen. Das ist neben dem technischen Wissen, das sich die jungen Leute aneignen müssen, die größte Herausforderung“, erklärt Herbert Dohlen. Er leite die Freiwilligen an, gefilmt wird aber hauptsächlich durch die jungen Leute selbst. In Braderup stand gestern die Tier- und Pflanzenwelt der Heide im Vordergrund. Am Montag legte Ronja den Fokus auf die winterliche Vogelwelt im Lister Koog und entlang des Mövenbergdeichs. Neben Rotschenkeln und Stockenten, konnte sie Pfuhlschnepfen und Austernfischer trotz schlechter Sicht entdecken. Ihr Interviewpartner Rainer Borcherding von der Schutzstation Wattenmeer, den sie als Fachmann für Biodiversität eingeladen hat, liefert mit seinen Antworten den verbindenden Text zu den Filmaufnahmen. „Den Ton legen wir unter die Bilder. Nur wenn noch eine Lücke da ist, sprechen wir noch was ein“, erklärt Ronja.

„Klappe die Zweite“, sagt Timm mit Blick in die Linse und passt auf, dass seine Finger nicht aus Versehen dazwischen geraten. Dann nimmt er seinen Platz hinter der Kamera wieder ein und setzt sich die Kopfhörer auf. Ronja stellt Rainer Borcherding die nächste Frage. „Stopp“, ruft Herbert Dohlen und geht dazwischen. „Könntest du versuchen die Frage frei zu stellen? Also lies dir erst deine Frage durch und dann stellst du sie frei. Ist schöner für die Kamera.“ Ronja nickt. Herbert Dohlen geht wieder ins Off und gibt Timm ein Zeichen. „Wir können.“

Neben der richtigen Bedienung der Technik behält Dohlen auch immer die Thematik im Blick und hilft mit kleinen Tipps. „Mir macht’s richtig viel Spaß“, sagt Timm. Es sei toll einen Film über die eigene Arbeit zu drehen und hinterher ein vorzeigbares Werk vor sich zu haben. „Ist eine coole Chance mal mit Profi-Filmequipment umzugehen“, pflichtet Ronja ihm bei.

Die Kamera im Kopf zu behalten und die Ideen filmisch umzusetzen, ist meist viel schwerer, als vorher gedacht, weiß Herbert Dohlen. „Mit der Kamera auf eine Szene draufhalten und fertig ist das Ganze, ist es nicht getan.“ Aber die jungen Leute vom FÖJ Wattenmeer seien sehr medienaffin.

„Du gehst jetzt vor und nimmst Ronja in Empfang, wenn sie den Deich betritt.“ Herbert Dohlen schickt Timm mit der Kamera voraus. Ronja wartet auf sein Zeichen und läuft – wieder ohne die Kamera zu beachten – auf Timm zu und an ihm vorbei auf den Deich. Sie setzt ihren Rucksack ab und fängt an das Spektiv aufzubauen. „Danke“, ruft Herbert Dohlen. Ronja guckt auf und grinst. „Also an einer Kamera vorbeilaufen kann ich jetzt.“

Nächste Woche soll es einen Teaser – einen Kurzfilm – auf der Green-Cut-Internetseite geben, als kleinen Einblick in die Arbeit von dieser Woche. Der etwa 10 bis 15-minütige Film soll im April online abrufbar sein unter www.green-cut.de.


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