Sylter Inselkultur : Johannes Oerding live auf der Syltfähre

Auf der Brücke: Johannes Oerding gefällt der Platz des Kapitäns der Syltfähre.
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Auf der Brücke: Johannes Oerding gefällt der Platz des Kapitäns der Syltfähre.

Wahl-Hamburger begeisterte 400 Zuhörer bei der 7. Musicnight auf der Nordsee zwischen Röm und Sylt

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23. August 2018, 18:06 Uhr

Die Fangemeinde von Johannes Oerding ist groß – entsprechend schnell waren die Eintrittskarten für sein Unplugged-Konzert am Mittwoch auf der Syltfähre ausverkauft. Während die MS Sylt Express zwischen Röm und Sylt kreuzte, begeisterte der 37-jährige Singer-Songwriter auf dem Salondeck rund 400 Zuschauer mit seiner Musik. Bekannte Songs wie „Alles brennt“, „Kreise“ und „Hundert Leben“ gehörten zum anderthalbstündigen Programm. Oerding und sein Keyboarder Kai Lindner gingen quasi auf Tuchfühlung mit dem Publikum, so eng war es in der Cafeteria des Fährschiffs. Bevor der Wahl-Hamburger auf die Bühne trat, traf er sich zum Interview mit der Sylter Rundschau.

Bist Du zum ersten Mal auf Sylt?

Nein, ich kenne Sylt. Schon als Kind war ich mit meinen Eltern öfter hier.

Das ist nicht selbstverständlich für einen Niederrheiner...

Nein, das waren auch die Highlights. Wir waren fünf Kinder zuhause, da war es finanziell nicht immer drin, nach Sylt zu fahren. Aber ich bin dann später wieder auf Sylt gestoßen. Ich hatte als 17-Jähriger eine Schülerband und wir wurden ab und zu für Covermusik auf Sylt gebucht. Ich glaube, wenn man einmal da gewesen ist, weiß man schon, dass das eine der herausstechenden Inseln ist. Ich verbringe mittlerweile auch gerne meinen Urlaub auf Sylt – ab und zu mal für drei, vier Tage, wenn es die Zeit zulässt.

Im Sommer oder im Winter?

Eher im Sommer. Im Winter bin immer traurig. Da verlasse ich eher das Land und fahre dahin, wo es warm ist. Auf die andere Seite der Erde meistens. Die frühe Dunkelheit zieht mich runter, mir fehlt wirklich das Vitamin D. Ich versuche in diesen Phasen, das Land zu verlassen und dahin zu gehen, wo Sommer ist.

Was erwartet das Publikum heute Abend? Das gleiche wie Freitag auf Borkum und nächstes Wochenende im Hamburger Stadtpark?

Nein, es wird zwangsläufig eine ganz andere Show sein. Wir haben gar nicht die ganze Band dabei. Wir sind im Duo unterwegs, nur Klavier und Gitarre, back to the roots, ganz rudimentär, so wie die Songs einmal von mir geschrieben wurden, auf der Couch. Es ist sehr spannend auf so engem Raum – die Leute können einen sehen, ich sehe die Leute – hier kann man sich nicht verstecken, hier werden die Hosen runtergelassen.

Drei Stunden auf der Syltfähre – hast Du da keine Angst vor Seekrankheit?

Nein, ich bin noch nie seekrank geworden, selbst bei schwerem Wetter nicht, da habe ich lustigerweise nie Probleme mit. Ich hab’ eher Flugangst. Ich steige mittlerweile aber schon ins Flugzeug und versuche, ohne Tabletten zur Beruhigung auszukommen.

Das spricht für eine Karriere im deutschsprachigen Raum...

Das reicht mir aber auch. Ich freue mich, wenn ich einfach mal nach Holland fahren kann und mich keiner kennt – das ist gut.

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