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Bauprojekte auf Sylt : „Jetzt sind wir aus dem Schneider“

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Umbaupläne für „Morsum Kliff“ wurden von der Politik abgelehnt, aber das Hotel-Restaurant auf Nösse darf dennoch modernisiert werden.

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erstellt am 26.Nov.2015 | 17:46 Uhr

Die Mehrheit der Kommunalpolitiker der Gemeinde Sylt ist zwar noch immer strikt dagegen, aber umgebaut werden darf das Hotel-Restaurant „Morsum Kliff“ jetzt trotzdem. So lautet das überraschende Fazit nach einer erneuten Abstimmung zu der umstrittenen Modernisierung und Erweiterung des Gebäudekomplexes. Nach zweimaliger Ablehnung des Bauantrages für das Hotel auf Nösse im Fachausschuss musste sich am Mittwochabend die Gemeindevertreterversammlung mit dem Thema befassen – sogar mit erhöhter Dringlichkeit auf einer zusätzlichen Sitzung. Bürgermeister Nikolas Häckel hatte erneut Widerspruch gegen die Ablehnung durch den Bauausschuss eingelegt. Die Gemeindevertretung als oberstes Gremium sollte den rechtswidrigen Beschluss des Bauausschusses nun aufheben und das gemeindliche Einvernehmen zur Freigabe des Bauantrages erteilen.

Doch die Politik machte dem Verwaltungschef wieder einen Strich durch die Rechnung. Mathias Lauritzen (SPD) erklärte gleich zu Beginn der Aussprache, dass seine Fraktion das Bauprojekt weiterhin konsequent ablehnen werde. Er verwies darauf, dass es bereits 2013 in den Bauvoranfragen widersprüchliche Angaben zur Anzahl der Zimmer und Betten sowie zur künftigen Aufteilung der Räumlichkeiten gegeben habe. Außerdem sei der geänderte Bauantrag im August dieses Jahres ohne neue Grundrisspläne eingereicht worden. Auch Manfred Uekermann (CDU) warf der Verwaltung vor, in der Sache „unsaubere Arbeit“ geleistet zu haben. Bürgermeister Häckel räumte zwar ein, dass der Bauantrag „irritierende Formulierungen“ enthalten hätte. Rückblickend sei die Arbeit der Verwaltung jedoch nicht fehlerhaft zu beurteilen. Christian Thiessen warf für seine Ablehnung ein weiteres Argument in die Waagschale: Zumindest aufgrund der alten Baupläne sei es zweifelhaft, dass der Restaurantbetrieb erhalten werden könne. Damit wäre eine künftige Nutzung nicht mehr zweckentsprechend, so der Gemeindevertreter der Insulaner/Piraten.

Nikolas Häckel wies darauf hin, dass Inselverwaltung und Kreis rechtlich keine Ablehnungsgründe sähen und der Landrat bereits mitgeteilt habe, den Bauantrag zu genehmigen. „Jetzt haben zumindest wir Politiker getan, was wir konnten und sind aus dem Schneider“, sagte Mathias Lauritzen nach der erneuten Ablehnung des Widerspruchs. „Wenn es bei den Umbauten nicht mit rechten Dingen zugehen sollte, tragen andere dafür die Verantwortung.“

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