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Söl’ring Foriining : „Jetzt müssen wir aktiv werden“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Hauptversammlung der Söl’ring Foriining beschließt Sanierung der vereinseigenen Museen

Wenn Vereine sich zur Hauptversammlung treffen, kann es schon mal etwas dauern, bis alle Tagesordnungspunkte und strittigen Themen angesprochen, diskutiert und beschlossen sind. Für die Mitglieder der Söl’ring Foriining, die am vergangenen Freitag zur ihrer jährlichen Versammlung ins Muasem Hüs eingeladen waren, standen 13 Punkte plus einiger Unterpunkte auf der Tagesordnung. Und die brauchten ihre Zeit, denn die engagierten und diskussionsfreudigen Mitglieder fühlten ihrem Vorstand immer wieder auf den Zahn, ließen sich Sachverhalte und Wirtschaftszahlen nicht ohne kritische Nachfragen präsentieren und hatten vor allem Informationsbedarf bei dem zentralen Thema des Abends: Wie sollen die Gelder für die notwendigen Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten der Söl’ring-Museen aufgebracht werden?

Denn der Zustand der Häuser macht wohl an vielen Stellen die Sanierung innerhalb der nächsten fünf Jahre unabdingbar. Eindringende Feuchtigkeit gefährdet nicht nur den Gebäudebestand, sondern langfristig auch die ausgestellten Exponate.

So vergingen knapp drei Stunden für die sehr zahlreich erschienenen Mitglieder zwar nicht wie im Flug, aber mit der wohl notwendigen Informationstiefe, die schließlich zu der mehrheitlichen Entscheidung führten, dass die Söl’ring Foriining je nach Notwendigkeit und Wirtschaftslage auch einen Kredit aufnimmt, um ihre Museen für die Zukunft zu sichern. Die Alternative hierzu wäre, die Gebäude weiter verfallen zu lassen, was langfristig auch das Betreiben der Museen nicht sicherstellen würde.

„Jetzt müssen wir aktiv werden“, hatte Wiebke Stitz vom Vorstand der Söl’ring in ihrer Rede zu Beginn des Abends den Mitgliedern zugerufen. Aktiv, betonte sie, sei auch der Vorstand bei seiner Arbeit. Dies unterstrich auch Jürgen Ingwersen als 1. Vorsitzender des Vorstands bei seiner Begrüßung mit den Worten, „dass der seit einem Jahr erweiterte und teilweise neu besetzte Vorstand enorm erfolgreich, sehr teamorientiert, transparent und innovativ arbeitet“. Wie selbstbewusst die Söl’ring ist, wenn es um ihre eigene Rolle als Heimatverein und Betreiber der Söl’ring-Museen (Heimatmuseum, Alt-Friesisches Haus, Denghoog, Vogelkoje) geht, wurde ebenfalls in der Rede von Wiebke Stitz deutlich, die vehement darauf hinwies, „dass unsere Museen wesentlich zur Identität, aber auch zur Markenbildung der Insel und somit zum Tourismus beitragen“. Nun sei allerdings der Zeitpunkt erreicht, wo die genannten Museen baulich und inhaltlich für die Zukunft gesichert werden müssten. Dazu brauche es Geld. Mittel, die von den Inselgemeinden mit aufgebracht werden müssten, da sie nicht allein durch die bereits im letzten Jahr erhöhten Vereinsbeiträge und Eintrittsgelder sowie Spenden zu generieren seien.

„Die Söl’ring bittet nicht für sich, sondern für die Insel. Wir haben unsere von den Gemeinden eingeforderten Hausaufgaben mit dem jetzt vorliegenden Sanierungskonzept gemacht“, brachte es Frau Stitz auf den Punkt.

Aber die Söl’ring wollte auf ihrer Versammlung zunächst das Verständnis ihrer Mitglieder für die Notwendigkeit der anstehenden Investitionen erzeugen und die Zustimmung für die sich daraus ergebenen finanziellen Aufwendungen, denn am morgigen Dienstag trifft sich der Vorstand mit den Inselbürgermeistern und Fraktionsvorsitzenden der gesamten Insel, um Ihnen ebenfalls die Dringlichkeit der Maßnahmen und Aufwendungen zu vermitteln.

Wie notwendig und an einigen Stellen auch dringlich die Sanierung der Gebäude der Söl’ring sind, konnte mit großer Fachkompetenz Mathias Lauritzen aus dem Vorstand der Söl’ring an Hand eines detailliert erstellten Sanierungskonzeptes erläutern.

Sven Lappoehn, Geschäftsführer der Söl’ring Foriining, berichtet an die Vereinsmitglieder aber auch, dass es erste Signale für eine Unterstützung bei den Gesamtaufwendungen von rund 500  000 Euro durch den Bund gebe, für die sich der Sylter CDU-Bundestagsabgeordnete Ingbert Liebing bereits eingesetzt habe. Voraussetzung für die Bewilligung dieser Mittel sei allerdings die gleichzeitige Unterstützung durch die Kommunen – also die Inselgemeinden. Da bleibt es spannend, mit welchen Eindrücken die Bürgermeister und Politiker nach dem morgigen Treffen mit dem Vorstand der Söl’ring Foriining nach Hause fahren.

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erstellt am 03.Apr.2017 | 05:09 Uhr

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