Wohnraum auf Sylt : "Jetzt können wir auf der Insel bleiben"

Gucken aus ihrem neuen Heim: Gun (46), Sven (42) und Lasse Rudolf freuen sich, im Juni in das Reihenendhaus im Peter-Eschels-Weg einziehen zu können. Foto: reußner
Gucken aus ihrem neuen Heim: Gun (46), Sven (42) und Lasse Rudolf freuen sich, im Juni in das Reihenendhaus im Peter-Eschels-Weg einziehen zu können. Foto: reußner

Nach zehn Jahren Wartezeit kann die Sylter Familie Rudolf ein Haus vom Kommunalen Liegenschafts-Management kaufen

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13. April 2013, 08:29 Uhr

Westerland | Sven Rudolf hatte die Hoffnung schon aufgegeben, für seine Familie und sich jemals ein Haus auf Sylt zu bekommen. Zehn Jahre lang standen der Rettungsassistent und seine Familie auf der Liste des Kommunalen Liegenschafts-Management (KLM), und nichts passierte.

"Als mir also meine Frau im Februar ganz aufgeregt von dem Anruf erzählte, dass wir wohl ein Haus hätten, dachte ich zuerst, da will uns wer verkohlen." Doch als er beim KLM zurück rief, "war da wirklich ein netter Herr dran, der mir ganz ruhig erklärte, dass wir wirklich ein Haus kaufen könnten".

111 Bewerbungen hatte es für die Hausscheibe im Peter-Eschels-Weg gegeben - dass sie die Gewinner waren, freute die Rudolfs sehr. "Es klingt vielleicht blöd, aber meine Frau und ich haben uns immer vorgestellt, dass wir im Alter zusammen auf Sylt am Strand lang laufen", erzählt Vater Rudolf mit leicht verlegenem Lächeln, "doch wir waren an dem Punkt, an dem wir sicher waren, dass wir das finanziell nicht schaffen."

Für ihre bisherige Wohnung von der Gewoba hatte die Familie monatlich 853 Euro kalt gezahlt - das konnten der Rettungsassistent und die Altenpflegerin gerade aufbringen. "Aber mit unserer Rente hätte das niemals funktioniert."

Für die knapp 80 Quadratmeter Wohnfläche müssen die Rudolfs nun 79 000 Euro zahlen, sowie monatlich 250 Euro Erbpacht. "Das kriegen wir hin, so können wir auf der Insel bleiben", ist Sven Rudolf überzeugt. Zu seiner Begeisterung ist das Haus auch noch voll unterkellert: "Der Keller ist ein Traum - mein Sohnemann will immer basteln, da können wir den gut gebrauchen." Sohnemann selbst, Lasse, freut sich momentan noch mehr darauf, im großen Garten ein Tor zu montieren. Der Zehnjährige kickt in Tinnum und ist in der Jugendfeuerwehr aktiv.

Dass sie so lange keine Wohnung bekommen haben, hätte sie nicht geärgert, sagen die Rudolfs: "Einige in unserem Bekanntenkreis haben während der letzten zehn Jahre über das KLM eine Wohnung bekommen - da haben wir uns immer für sie gefreut." Ärgerlich sei nur gewesen, "wenn man mitbekommen hat, dass andere ihre Häuser teilweise mit immensen Aufschlägen weiterverkauft haben. Da haben wir uns immer gedacht, dass wir das nie gemacht hätten."

Doch nun ist das Eigenheim ja da. Bis die Familie im Juni einziehen kann, muss in den drei Zimmern, Küche, Bad allerdings noch einiges getan werden. "Neue Fenster, neue Fliesen, neue Küche", zählt Sven Rudolf einige der Baustellen auf. Aber der Aufwand lohne sich, ist sich die Familie einig - denn die Rudolfs wollen hier schließlich alt werden.

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