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Sylter Rundschau

23. August 2017 | 21:49 Uhr

Jeder Sylter Baum zählt

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Baumfällungen müssen beantragt werden / Anträge gibt es online

Zwei Tannen in Wenningstedt waren Anlass für eine Diskussion im jüngsten Umweltausschuss. Es ging darum, wie mit Leuten umgegangen werden soll, die ohne Genehmigung Bäume fällen. Gerd Nielsen (SPD) berichtete, dass er zwei Leute angesprochen habe, die offensichtlich vor hatten, zwei alte Tannen zu fällen („ich kenne die Bäume seit meiner Jugend“) und behaupteten, dass sie eine Genehmigung dafür hätten – was aber nachweislich gelogen war.

Norbert Grimm, der Umweltbeauftragte der Gemeinde Sylt, bestätigte, dass es zwar einen Antrag gegeben habe, aber vor dem Bescheid der Gemeinde bereits eine Wurzel freigelegt war. Nichtsdestotrotz sei der zuständige Bauhofmitarbeiter aber nach der Begutachtung zu dem Schluss gekommen, dass beide Tannen gefällt werden dürfen.

Gerd Nielsen forderte, dass solchen Leuten ein „dickes Bußgeld“ aufgebrummt werden sollte, Norbert Grimm setzt erst mal auf Aufklärung und Überzeugung. Trotzdem können und werden bei Zuwiderhandlung bis zu 50 000 Euro Geldbuße verhängt werden – so steht es in der Baumschutzsatzung der Gemeinde Sylt, Ortsteil Westerland. Das Prozedere, an eine Genehmigung zur Baumfällung zu kommen, ist einfach: Der Baumfäll-Antrag muss vollständig ausgefüllt an die Gemeinde geschickt werden. Bäume haben es auf Sylt angesichts der klimatischen Bedingungen etwas schwerer, erklärt der Umweltbeauftragte. Und jede Gemeinde regele den Baumschutz für sich mit eigenen Bestimmungen. Auf der Internetseite gemeinde-sylt.de ist sowohl der Baumfällantrag wie auch die Baumschutzsatzung die Schutzbestimmungen des Kreises Nordfriesland zu finden. „Geschützt sind Bäume ab einem Durchmesser von 15 Zentimetern (entspricht einem Umfang von 47 Zentimetern). In Westerland betrifft dies alle Bäume. In Tinnum und Keitum sind die Bäume im Gartenbereich hinter dem Haus und alle Obstbäume von der Schutzvorschrift ausgenommen“, heißt es in einem Infoblatt, das auch auf der Gemeinde-Homepage zu finden ist.

Laut Norbert Grimm sei geplant, vorhandene Bäume in Bauanträgen mit aufzuführen und darauf hinzuweisen, für welche Bäume ein Antrag gestellt werden muss. Unabhängig von Satzung und Verordnungen gibt es allgemeingültige Schutzvorschriften im Naturschutzgesetz für ortsbildprägende Bäume, Alleen und Knicks und eine zeitliche Schutzfrist mit Rodungsverbot im Zeitraum vom 15. März bis zum 30. September.

Wer eine Genehmigung zur Baumfällung benötigt, der muss das Formular „Baumfällantrag für geschützte Bäume“ ausfüllen und es bei der Gemeinde Sylt einreichen. Ansprechpartner sind: Innerhalb Ortsteil Westerland: Silvia Petersen, Tel. 0 46 5-8 54 40, außerhalb Westerlands und für den Rest der Insel ist Norbert Grimm zuständig unter Tel: 0 46 51-85 14 30.

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erstellt am 06.Mai.2014 | 12:35 Uhr

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