Kultur auf Sylt : Jede Menge „neuLandt!“ in Sicht

Die „Kampener Puzzelei“ spielt mit organischen Formen.
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Die „Kampener Puzzelei“ spielt mit organischen Formen.

Ausstellung des Kampener Künstlers Thomas Landt in den Räumen des Kaamp Hüs

shz.de von
13. Juli 2018, 06:02 Uhr

Seit acht Jahren lebt und arbeitet der gebürtige Kieler Künstler Thomas Landt auf Sylt und trägt seitdem mit seiner farbenfrohen Malerei, seinen Linolschnitten und Radierungen dazu bei, den künstlerischen Horizont der Insel zu erweitern. Und dafür trägt er seine Kunst auch gerne mal nach draußen, hängt seine Drucke im öffentlichen Raum an Wäscheleinen auf, gibt Kunstkurse für Groß und Klein, verschönert dunkle Lichtschächte oder leitet Kunst-Spaziergänge durch Kampen. Für seine aktuelle Ausstellung „neuLandt!“ hat sich der Künstler tatsächlich auf Neuland gewagt und vier Jahre lang mit verschiedenen Techniken experimentiert. 65 Werke sind in dieser Zeit entstanden, von denen 35 Stück noch bis Mitte August in den Räumen des Kaamp Hüs zu sehen sind. Sie zeigen die ganze künstlerische Bandbreite des Malers, der erstmalig auch mit Aquarellfarbe anstelle von Öl gemalt hat. Doch wer jetzt hauchzarte Bilder in pastelligen Farben erwartet, liegt bei Thomas Landt falsch. Leuchtend, fast schon knallig bunt präsentieren sich die fröhlichen Motive, die förmlich nach Sommer, Sonne, Wind und Meer riechen. „Die Natur ist mein wichtigstes Thema“, sagt Landt, „die Natur, der Mensch und das Ornament und ich möchte alles drei zusammen bringen.“

Entstanden sind dabei plakative Motive in Komplementärfarben, die mal das florale Ornament und mal das graphische Element benutzen, um das Hauptmotiv im Zentrum des Bildes aufzubrechen. Bilder, die aussehen, als wären sie aus Puzzleteilen zusammen gesetzt, überraschen ebenso wie die Vasen und Amphoren, die in unzähligen Varianten immer wieder auftauchen und gerne mit Dreidimensionalität spielen. Dazwischen plötzlich ein Tapeten-Druck oder ein Bild aus geklebten Muscheln, deren Innenseiten mit Farbpunkten gefüllt nur aus der Ferne das Motiv erkennen lassen. Für noch mehr Überraschung sorgen die Nagel- und Fadenobjekte, die quasi eine Hommage an die Schwiegermutter sind. „Sie war früher Haute-Couture Schneiderin und hatte noch reichlich Garn übrig als sie sich zur Ruhe setzte“, berichtet Thomas Landt, der aus Treibholz, Nägeln und Seidenfäden seine neuen Kunstwerke gewebt hat. Sieben der neuen „Nagelproben und Fadenspinnereien” sind in der Ausstellung zu sehen und zeigen inseltypische Motive wie das Kampener Quermarkenfeuer, den „Inneren Strandkorb“, die „Makrele im eigenen Netz“ oder auch historisches wie „Gullivers Fadenvasen“ und „Don Quichote und Sancho Pansa“ im Dialog. Langweilig wird es im Kampener „neuLandt!“ auf jeden Fall nicht …

Die Ausstellung im Kaamp Hüs läuft noch bis zum 14. August und ist montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr und sonnabends von 10 bis 13 Uhr zu sehen. Wer den Künstler persönlich dabei haben oder sich einem seiner Kunst-Spaziergänge durch Kampen anschließen möchte, findet weitere Infos im Netz unter www.thomaslandt.de.

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