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Sylter Strandgut : Je durchgeknallter, desto besser

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Wie durchgeknallt sollte die neue Bürgermeisterin von Sylt sein?Eine Kolumne von Friederike Reußner.

von
erstellt am 30.Mai.2014 | 10:06 Uhr

Die Sylter haben hohe Ansprüche an ihre zukünftige Bürgermeisterin. Da meldet eine Politikerin Interesse an dem Job an, ihre bloßen Überlegungen sorgen bundesweit für Schlagzeilen – und die Insulaner, allen voran die Kommunalpolitiker, rümpfen die Nase. Mit eigenen Kandidaten kommen sie bisher allerdings auch nicht um die Ecke.

Sollten sie jemals eine Alternative zu Frau Pauli auftreiben, darf bezweifelt werden, dass er oder sie der Bayerin das Wasser reichen kann. Zumindest mit Blick auf ihre richterlich verbriefte geistige Gesundheit: Wer – außer Gabriele Pauli! – weist schon das hochamtliche Siegel „nicht durchgeknallt“ auf?* Mir persönlich fällt da niemand ein.

Es stellt sich allerdings die Frage, ob der Insel nicht das genaue Gegenteil gut täte. Die Aufgaben, denen sich die künftige Bürgermeisterin stellen muss, sind beileibe nicht ohne: Tausende von Dauerwohnungen schaffen, dabei die Finanzen schonen, Verwaltung und Selbstverwaltung befrieden und - ein fast schon abgegriffenes Beispiel, wenn es ums Thema Durchgeknallt auf Sylt geht – die Sache mit der Keitumer Therme in den Griff bekommen. Ein gerütteltes Maß an Wahnsinn oder zumindest eine kleine Dosis Durchgeknalltheit kann nicht schaden, um diesen Themenkomplex seelisch unbeschadet zu überstehen. Und auch wenn die Sylter nicht alle Schlagzeilen über ihre Insel schätzen: Eine Bürgermeisterin, die zumindest im Beisein von Kameras und Journalisten eine leichte Exzentrik an den Tag legt, könnte das Image der Insel wieder ein wenig in Richtung bunt und wild rücken.

Aber auch wenn Sylt letztendlich doch eine seriös-solide Bürgermeisterin wählt, wäre es zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht schlecht, wenn in den kommenden Wochen eine Reihe schillernd-schrulliger Kandidaten ihr Interesse an dem Job signalisiert. Denn dadurch könnten die Sylter Politiker dazu gedrängt werden, ihren Wählern endlich ordentliche Alternativen zu präsentieren. Je mehr es die Insel bei den Bewerben gruselt, desto besser: Kann nicht irgendwer mal Ernst August anrufen und fragen, ob er Bock auf die Stelle hätte?

*Pauli hat jüngst eine juristischen Auseinandersetzung mit der Bild-Zeitung gewonnen, die die Bayerin einst als durchgeknallte Frau bezeichnet hatte.

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