Hochzeit auf der Insel : Ja, ich will - auf Sylt

Die traumhafte Strand-Kulisse ist für viele Paare der Grund, auf der Insel „Ja“ zu sagen. Tolle Fotos entstehen dabei allemal.
Die traumhafte Strand-Kulisse ist für viele Paare der Grund, auf der Insel „Ja“ zu sagen. Tolle Fotos entstehen dabei allemal.

Für Sylt war 2017 ein tolles Hochzeitsjahr. Viele Paare aus ganz Deutschland kamen für ihre Traumhochzeit auf die Insel.

shz.de von
03. Januar 2018, 18:27 Uhr

Wenn zwei verliebte Verlobte auch verliebt in die Insel sind, entscheiden sie sich gerne für eine Hochzeit auf Sylt. Das führt dazu, dass das insulare Standesamt alle Hände voll zu tun hat: Insgesamt 887 Eheschließungen gab es im Jahr 2017 auf Sylt, etwa 800 Paare, so schätzt die leitende Standesbeamtin Gabriele Bastians, seien keine Insulaner gewesen. Denn um den „schönsten Tag ihres Lebens“ auf der Insel zu verbringen, reisen Pärchen und ihre Gäste aus ganz Deutschland – aber auch mehr und mehr aus dem Ausland – an die Nordsee. „Seitdem es eine direkte Flugverbindung nach Zürich gibt, haben wir zum Beispiel merklich mehr Schweizer, aber auch Österreicher kommen gerne zu uns“, so die leitende Standesbeamtin.

Einige der Hochzeitspaare möchten sich das Ja-Wort nicht klassisch im Standesamt, sondern an ungewöhnlicheren Orten geben: 168 Trauungen fanden im vergangenen Jahr auf dem Hörnumer Leuchtturm statt, 21 auf dem Lister Kutter „Gret Palucca“, 98 in den Sölring Museen und zwölf im Kaamp Hüs. Die restlichen 588 Ehe wurden im Westerländer Rathaus geschlossen.

Für gleichgeschlechtliche Paare hat sich im vergangenen Jahr etwas entscheidend verändert – auch auf Sylt: Seit dem 1. Oktober dürfen sie in Deutschland heiraten – oder ihre bereits bestehende „eingetragene Lebenspartnerschaft“ in eine Ehe umwandeln lassen. „Das haben 22 Paare auf Sylt bereits getan“, weiß Gabriele Bastians. Bei vielen habe die Lebenspartnerschaft schon viele Jahre bestanden, „für uns war das dann nur ein formaler Akt, für den wir mit den meisten Paaren einfach am Schreibtisch die Papiere unterzeichnet haben. Nur wenige wollten dafür einen Termin im Trauzimmer.“

Haben ihre eingetragene Lebenspartnerschaft in eine Ehe umschreiben lassen: Der Keitumer Pastor Ingo Pohl und sein Ehemann Manfred Krause-Pohl.
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Haben ihre eingetragene Lebenspartnerschaft in eine Ehe umschreiben lassen: Der Keitumer Pastor Ingo Pohl und sein Ehemann Manfred Krause-Pohl.

Mit ihrer Arbeit sei Gabriele Bastians rundum zufrieden, betont sie. „Wir haben es hier schon sehr schön, ein gutes Arbeitsklima und ein schönes Ambiente im Trauzimmer.“ Aber nicht nur die äußeren Umstände stimmen: Den „wichtigsten Tag“ im Leben zweier Menschen zu begleiten sei für sie ebenfalls eine große Freude, auch wenn „manchen Hochzeitspaaren das Glück nicht gerade aus dem Gesicht springt“, wie sie augenzwinkernd sagt. „Bei einigen überwiegt einfach der Stress, die sind dann sehr angespannt und aufgeregt. Aber eine Hochzeit ist ja auch nichts alltägliches“, so die Standesbeamtin. Allerdings habe die Nervosität des Paares auch oft etwas mit den Gästen zu tun: Ich merke oft, dass Pärchen, die alleine kommen, entspannter sind. Sie nehmen den Tag bewusster wahr, machen ihn für sich schön und haben weniger Stress“, berichtet sie.

Als Standesbeamtin habe sie auch schon einige spezielle Situationen miterlebt. Die bayrischen Gäste kämen zum Beispiel gerne in Dirndl und Lederhosen, andere Paare würden im gelben Friesennerz mit Gummistiefeln heiraten. Das sei schon amüsant, aber „das soll natürlich jeder selbst entscheiden“, betont sie. „Die Paare und ihre Gäste dürfen kommen, wie sie möchten. Auch in Shorts oder Strandklamotten, da habe ich keine Ansprüche. Es ist ihr Tag und den dürfen sie kleidungstechnisch so gestalten, wie sie möchten.“

Einmal in den vergangenen 15 Jahren, die sie bei der Sylter Verwaltung als Standesbeamtin arbeitet, sei es vorgekommen, dass ein Paar gar nicht erschienen ist – ohne sich vorher zu abzumelden. „Ab und zu wird eine Hochzeit auch abgesagt“, sagt Gabriele Bastians. Das sei aber eine Ausnahme, für die sie durchaus Verständnis habe: „Es ist immer noch besser abzusagen, als ein falsches Ja-Wort zu geben“, sagt sie lachend. „Es wäre dann nur schön, wenn die Absage nicht eine Stunde vor dem Termin kommt.“

Immer mal wieder würde es auch „Zuspätkommer“ geben, über die sie sich sehr ärgert. „Ein paar Minuten sind ja kein Problem, aber es kommt vor, dass Paare 15 Minuten zu spät kommen, weil der Friseur nicht fertig wurde. Das ist ärgerlich für uns, weil wir hier ein straffes Programm abarbeiten müssen – aber vor allem für die nachfolgenden Paare, die dann warten müssen. Und das ist gerade am Hochzeitstag nicht schön.“ Aber auch das komme eher selten vor. „Das Gros kommt natürlich pünktlich zur eigenen Hochzeit.“

Eine Statistik über die Anzahl der Scheidungen gebe es übrigens nicht, sagt Gabriele Bastians. „Aber man wundert sich manchmal, wie schnell man nach einer Eheschließung schon wieder die Auflösung bekommt.“

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