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Tourismus auf Sylt : Ist die Insel nur ein Sommerland?

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Tourismusexperten widerlegen Kritik des „Tourismusatlas Deutschland“: Saisonverlängerung auf einem guten Weg.

Gleich drei Sylter Gemeinden haben es im neuen „Tourismusatlas Deutschland“ in die Top 10 der schleswig-holsteinischen Gemeinden mit der höchsten Tourismusintensität geschafft: Hörnum, Kampen und Wenningstedt-Braderup. Zudem hat die Gemeinde Sylt mit über zwei Millionen Übernachtungen auch das höchste Übernachtungsvolumen vorzuweisen. Doch der Tourismusatlas stellt auch fest: Der „echte Norden“ muss mehr tun für die Saisonverlängerung und seine Erreichbarkeit (wir berichteten). Ziele, die auf Sylt schon angegangen werden?

Tourismuschef Peter Douven sieht Sylt gut aufgestellt, was den Ganzjahres-Tourismus angeht: „Eine Fixierung auf Sommergäste ist nicht gegeben.“ Die Tourismuswirtschaft an der Westküste sei sehr unterschiedlich strukturiert, „eine undifferenzierte Bewertung“ daher wenig hilfreich. „Aber: Das typische Reiseverhalten zeigt die Hauptnachfrage im Sommer und wird daher immer genau dann zur Höchstlast führen.“ Die Sylter Angebote ermöglichten aber auch genussreiche Urlaubserlebnisse in den übrigen Jahreszeiten. „Insofern sehe ich hier keine Problemzone, sehr wohl aber bei der Erreichbarkeit.“ Ein Manko im touristischen Grundangebot, das durch Marketing nicht zu kompensieren sei, aber zumindest zum Teil durch den Flughafen.

Der weite Weg auf die Insel – das Problem sieht auch Sylt-Marketing-Chef Moritz Luft: „Die Erreichbarkeit wird, zusammen mit der Personalsuche, das wichtigste Thema im Destinationen-Management sein.“ Sylt befinde sich dabei „in einer vergleichsweise schlechten Wettbewerbssituation, die sich zum großen Leidwesen in absehbarer Zeit auch nicht verbessern wird.“ Doch nicht nur die Insel und die Westküste, sondern das ganze Land Schleswig-Holstein leide unter einer unzureichenden Straßen- und Bahn-Infrastruktur. Dabei komme der schnellen Erreichbarkeit eine immer größere Bedeutung zu, weil der Trend zu kürzeren Aufenthalten geht. Auch die Tourismus-Strategie 30-30-3 der Landesregierung (30 Millionen Übernachtungen, 30 Prozent Umsatzwachstum, Top-3-Bundesland bei der Gästezufriedenheit) hänge an der Erreichbarkeit des „echten Nordens“.

Beim Thema Saisonverlängerung spielten verschiedene Faktoren eine Rolle – die wachsende Inlandsnachfrage, die steigende Nachfrage nach Kurzreisen, immer weniger Gäste, die von Schulferien abhängig sind. „Letztlich wird sich aber nichts wesentlich daran ändern, dass die deutsche Küste ein Sommerreiseziel bleibt“, glaubt Luft. Den Wintertourismus ziehe vor allem die Vollhotellerie mit ihrem Restaurations- und Wellnessangebot an – daher dominiere hier Mecklenburg-Vorpommern. „Auf unserer Insel sind wir, im Rahmen der Möglichkeiten, aber auf einem guten Weg.“

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erstellt am 06.Feb.2017 | 10:55 Uhr

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