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Finanzierung : Ist die Flughafen GmbH ab Januar zahlungsunfähig?

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Weil Wenningstedt die Zahlung seines Zuschusses an den Sylter Flughafen verweigert, droht diesem die Insolvenz. Flughafen-Geschäftsführer Peter Douven blickt einer Lösung dennoch optimistisch entgegen.

shz.de von
erstellt am 19.Aug.2008 | 11:45 Uhr

Westerland | Das Ringen um ein neues Finanzierungsmodell für den Sylter Flughafen geht weiter. Die Grundidee, den jährlichen Zuschussbedarf in Höhe von 1,2 Millionen Euro nicht nach den kommunalen Gesellschaftsanteilen, sondern nach dem so genannten Bäderschlüssel (Zahl der Übernachtungen ohne Campingplätze und Heime) unter den Inselgemeinden aufzuteilen, droht durch die Ablehnung Wenningstedts zu scheitern. "Das kann das gesamte Konstrukt ins Wanken bringen", betonte Westerlands Bürgermeisterin Petra Reiber auf der jüngsten Sitzung der Stadtvertretung.
Ein Funken Hoffnung

Ende Juli hatte Wenningstedt das neue Modell abgelehnt, da es der Gemeinde bei einem Anteil von 248 737 Euro Mehrkosten von rund 160 000 Euro pro Jahr bescheren würde. Wobei Flughafen-Geschäftsführer Peter Douven angesichts der Wenningstedter Beschlusslage noch einen Funken Hoffnung zu erkennen vermochte. Dort heißt es nämlich, man würde sich lieber eine Finanzierung anhand der Verteilung der Fluggäste auf die einzelnen Inselorte wünschen. Douven: "Was unterm Strich auf das Gleiche wie der Bäderschlüssel hinausläuft."
"Insel würde das Zepter aus der Hand geben"

Lehnt Wenningstedt beides ab, würde sich die durch den Austritt von Hörnum und List absehbare Finanzierungslücke von 96 000 Euro auf über 250 000 Euro erhöhen. Die 96 000 werden laut Stadtvertreter-Beschluss künftig zwar von Westerland übernommen, woher der Rest kommen soll, ist jedoch vollkommen offen. Die Konsequenz beschrieb Douven auf Nachfrage der Sylter Rundschau: "Dann ist es meine Aufgabe als Geschäftsführer, die Gesellschafter darauf hinzuweisen, dass die Finanzierung für 2009 nicht sichergestellt ist." Der Insolvenzantrag zum 1. Januar wäre unvermeidbar. Douven: "Damit würde die Insel das Zepter aus der Hand geben."
Aus drei mach eine

Noch wird aber vor allem in Westerland versucht, die Weichen für die Zukunft des Insel-Airports zu stellen. Neben der (kostenlosen) Übernahme der Anteile von Hörnum (4 Prozent), List (3) und gegebenenfalls auch Rantum (5) gehört dazu auch die Bündelung der zurzeit noch zwischen Stadt und TSW aufgeteilten Flughafenanteile beim TSW sowie die Umstrukturierung der bislang drei Flughafengesellschaften (Douven: "Das ist für viele verwirrend hoch drei") zu einer Flughafen Sylt GmbH.

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