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Ist die Fluggast-Abgabe heute Abend endgültig vom Tisch?

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erstellt am 15.Aug.2013 | 03:09 Uhr

Sylt | Kommt die heiß diskutierte Sonderabgabe für Fluggäste heute Abend endgültig vom Tisch? Nachdem aus Kreisen der Wirtschaft des Tourismus und der anderen Gemeinden in den letzten Wochen große Bedenken gegen die fünf Euro pro Passagier und Flug vorgebracht wurden (wir berichteten), berät die Vertretung der Gemeinde Sylt heute (19 Uhr, Rathaus) über mögliche Alternativen zur dauerhaften Reduzierung des Defizits von derzeit 860 000 Euro.

Grundlage ist ein von Flughafen-Geschäftsführer Peter Douven vorgeschlagenes Maßnahmenpaket, mit dem die Umsetzung der im Februar beschlossenen Fluggast-Abgabe verhindert werden soll. Der damalige Beschluss sieht explizit alternative Lösungen vor, sofern die Abgabe rechtlich oder wirtschaftlich nicht umsetzbar sei. Laut Douvens Argumentation hat die Entwicklung der letzten beiden Jahre gezeigt, dass Preis- und Kostenerhöhungen bei Fluggesellschaften und Flughäfen die Nachfrage drücken und somit auch Erlöse und Gewinne.

Im Falle einer Einführung der Fluggastabgabe rechnet er mit einem Rückgang der Passagierzahlen von jetzt zirka 150 000 auf 50 000 bis 70 000. Dies würde dem Flughafen Mindereinnahmen von bis zu 1,8 Millionen Euro bescheren, bei Mehreinnahmen durch die Abgabe von bestenfalls 350 000 Euro und maximal 150 000 Euro niedrigeren Betriebskosten Die Folge wäre über kurz oder lang die Insolvenz des Flughafens. Den wirtschaftlichen Schaden für die gesamte Insel beziffert Douven in seiner Vorlage für die heutige Sitzung auf bis zu 62 Millionen Euro, wenn der Flughafen ganz geschlossen würde. Im Falle einer Halbierung der Fluggastzahlen wären es über 30 Millionen.

Vor diesem Hintergrund und der Bereitschaft der übrigen Inselgemeinden, über eine insular gerechtere Lastenverteilung zu verhandeln, regt Douven folgende Maßnahmen an: Steuerliche Optimierung durch Dienstleistungsauftrag an den Flughafen (219 000 Euro Ergebnisverbesserung für den ISTS), Flughafen-Lounge für Zuzahlen (Einnahmen: 50 000 Euro/Jahr), Kooperationen, Sponsoring, touristische Angebote (100 000 Euro), Entgelterhöhung Privatmaschinen (100 000 Euro). Der Rest müsste durch eine höhere Beteiligung der Inselgemeinden auf Grundlage ihrer Übernachtungszahlen aufgebracht werden.

Ein zweiter Finanzierungsvorschlag kommt derweil von den Piraten, die einen Zuschuss des Bundes in Höhe der durch den Sylter Flughafen eingenommenen Luftverkehrssteuer von 7,50 Euro je Fluggast fordert. Darüber hinaus hat Piraten-Vertreter Christian Thiessen den Antrag gestellt, am 25. Mai 2014 eine Bürgerbefragung zum Thema Flughafen durchzuführen, an der sich wünschenswerter Weise auch die anderen Gemeinden beteiligen.

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