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Große Sause : Internet: Aufruf zur Massenparty am Sylter Strand

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Der Schleswiger Christoph Stüber hat im Internetportal "MeinVZ" zu einer spontanen Party am Westerländer Strand aufgerufen. Die Feier könnte vergangene Bacardi-Partys weit in den Schatten stellen: bisher gibt es knapp über 10 000 Interessenten.

shz.de von
erstellt am 20.Mai.2009 | 06:41 Uhr

Westerland | Die einen wollen ihren Geburtstag nachfeiern, andere einfach nur die Nacht ihres Lebens mitmachen. Auf die Insel könnte am 13. Juni (Sonnabend) eine Menschenmasse zurollen, die für den Westerländer Strand zu einer echten Belastungsprobe werden dürfte. Im Internetportal "MeinVZ" (gehört zu "StudiVZ") hat der Schleswiger Metallbauer Christoph Stüber (26) am 6. Januar dieses Jahres eine Gruppe mit dem Titel "Alle Mann nach Westerland; wir machen eine fette Beach Party" gegründet.
"Mit 5000 rechne ich schon"

"Anfangs war das Ziel, 100 junge Leute von der Idee zu überzeugen, eine spontane Party auf Sylt zu feiern", sagt Stüber. Doch aktuell sind es 10 000, die an diesem Datum kommen wollen , eine Zahl, die der Gründer mittlerweile selbst "schon fast beängstigend findet", obwohl er nicht davon ausgeht, dass auch alle kommen werden. "Aber mit 5 000 rechne ich schon."

Glaubt man den Einträgen im Internet, wollen die vor allem eines: Spaß. Geplant ist, ab etwa 20 Uhr gemeinsam vom Westerländer Bahnhof in Richtung Strand zu ziehen und dann die Nacht zum Tage zu machen. Mittlerweile kann man sogar T-Shirts über die Internetseite bestellen, mit dem Aufdruck "Beachparty Westerland 13.06.2009".
Behörden in der Findungsphase
Von der Aktion mitbekommen haben derweil auch die Sylter Behörden und beobachten die Vorgänge im Internet ganz genau. Übermorgen findet ein erstes Koordinationsgespräch zwischen Polizei, Ordnungsamt und Tourismusservice statt. "Noch sind wir in der Findungsphase, wissen nur das, was auf der Internetseite steht", sagt Kay Joldrichsen, Dienstellenleiter der hiesigen Polizei. "Wir müssen jetzt abwarten, wie sich die Gruppe in den nächsten Wochen entwickelt." Gespräche wurden bereits mit den Kollegen in Kiel geführt, die kürzlich mit einem ähnlichen Party-Aufruf im selben Portal zu tun hatten, bei dem immerhin 1 500 Leute kamen. Informiert ist auch die Bundespolizei, die für die Züge zuständig ist, mit denen wohl die meisten anreisen werden.

Partymacher Stüber geht fest davon aus, dass die Feier stattfindet. "Der Strand ist öffentlich, warum sollte man das verbieten?" Grundsätzlich sieht das auch Ordnungsamtsleiter Hans-Wilhelm Hansen so: "Den Strand kann jeder betreten, wenn er die Spielregeln einhält. Wir wollen nichts verhindern, sondern nur, dass es in einem vernünftigen Rahmen abläuft. Bei dieser Größenordnung müssen wir aber mit allen Eventualitäten rechnen."
Ein Euro für krebskranke Kinder
Zudem stellt sich die Frage der Übernachtung. Wo bleiben die Massen nach der Party? "Schlafen werden wir dort nicht", schreibt Stüber dazu auf seiner Seite, "und wenn doch, die Strandkörbe werden wohl dafür ausreichen". Für Moritz Luft, Geschäftsführer der Sylt Marketing GmbH (SMG), zeigt der Aufruf exemplarisch die Zugkraft Sylts im Online-Marketing. "Wenn so etwas funktioniert, dann nur auf Sylt. Allerdings stehen wir der Sache in diesem Fall sehr kritisch gegenüber, da die Massen unorganisiert an den Strand ziehen."

Unorganisiert dürfte nach derzeitigen Planungen auch ein Ziel der Partygänger sein, das zumindest die gute Absicht hinter der Massenveranstaltung zeigt. Unter den Einträgen finden sich bereits einige Vorschläge in der Form, dass jeder Partygänger einen Euro für einen guten Zweck auf der Insel spendet. Im Gespräch war hier gestern die Wenningstedter Syltklinik. Allerdings bleibt offen wie das Geld eingetrieben werden soll. Partychef Stüber: "Sinnvoll wäre es, wenn Vertreter der Klinik mit einem Stand am Strandübergang stehen, an dem jeder sein Geld spenden kann."

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