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Sylt als Drehort : Internationales Filmteam dreht auf Sylt

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der Kinofilm „#Flora63“ mit Pierre Richard in der Hauptrolle spielt unter anderem im Hotel Miramar.

Pressetermin im Hotel Miramar, gestern Mittag: Schwere dunkle Vorhänge verhängen das Foyer des Fünf-Sterne-Jugendstil-Hotels in der Westerländer Friedrichstraße, um kein Tageslicht von außen ans Set zu lassen. Große Scheinwerfer sind aufgebaut, Komparsen stehen unsicher herum und überall wuseln Filmleute umher, die sich auf deutsch, englisch und französisch – manchmal auch in einem von Gesten begleiteten Kauderwelsch – unterhalten. Nur einmal, als es laut „Silence s’il vous plaît, silence please“ durch die Räume hallt, bleibt abrubt jeder in der Lobby stehen und für einige Sekunden ist es mucksmäuschen still. Nur einen Hotelgast hört man entfernt husten. „Der Hotelbetrieb geht ganz normal weiter“, flüstert Fabian Gasmia, ausführender Filmproduzent aus Hamburg, in die Ruhe hinein. „Aber dass hier gedreht wird, stört die Gäste überhaupt nicht. Die sind alle ganz aufgeregt und freuen sich, dass Pierre Richard im Haus ist“.

Richard ist der Star der deutsch-französischen Koproduktion, die bis gestern auf Sylt gedreht wurde. Vielen wird er noch bekannt sein als „Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh“. Das blond ist mittlerweile einem hellen weiß gewichen, „die schwarzen Schuhe sind jetzt orthopädische Schuhe“, erzählt er lachend. Komödien scheinen dem 81-Jährigen aber immer noch zu liegen und so verpflichtete er sich für „#Flora63“, den neuen Kinofilm vom Regisseur von „Und wenn wir alle zusammenziehen?“, Stéphane Robelin.

Von der Insel hatte Pierre Richard vor den Dreharbeiten noch nie gehört. „Ich war sehr überrascht von der Schönheit der Insel“, schwärmt der Schauspieler, der gerne drei Tage länger bleiben würde, um die Insel noch ein bisschen weiter kennenzulernen und zu genießen.

Es sei eine „lustige Geschichte“, wie die Dreharbeiten nach Sylt gekommen sind, verrät Regisseur Stéphane Robelin. „Eigentlich sollte die Geschichte in der Normandie spielen, dann hieß es irgendwann in Oostende. Als wir schließlich eine Koproduktion mit Deutschland eingegangen sind, hat die Filmförderung Hamburg/Schleswig-Holstein die Insel empfohlen. „Ich bin dann hier auf Location-Suche gegangen und wurde einfach verführt von der Schönheit des Ortes, den langen Stränden, des Hotels und der Hotelbar“. Apropos Bar: Auch nach Drehschluss hatte das Filmteam Spaß auf der Insel. „Wir müssen immer ganz schnell drehen, damit wir um 18 Uhr oder um 21 Uhr die wichtigen Spiele der Europameisterschaft sehen können“, sagt Produzent Gasmia lachend.

Der Film handelt von Pierre, gespielt von Pierre Richard, der seine Frau verloren und sich dem Leben entzogen hat. Alex, ein erfolgloser Autor und neuer Freund von Pierres Enkelin Juliette, wird von Pierres Tochter Sylvie angeheuert, dem alten Mann die digitale Welt des Internets näherzubringen. Als sich Pierre nach einigen Anfangsschwierigkeiten langsam in der neuen Online-Welt zurechtfindet, erliegt er prompt den Versuchungen des Internets und lässt sich auf die süßen Verführungen der Anonymität ein, die das Netz erlaubt. Zum Glück hat er Alex an seiner Seite, der sich geradezu anbietet, alle Konsequenzen zu tragen. Mit guten, finanziellen Argumenten überzeugt ihn Pierre, an seiner Stelle ein Rendezvous mit einer gewissen Flora63 wahrzunehmen. Dass sich Alex Hals über Kopf in die schöne Unbekannte verliebt, stürzt das ungleiche Duett in eine Reihe von schrägen Verwicklungen und unverhofften Herausforderungen.

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erstellt am 24.Jun.2016 | 05:40 Uhr

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