Insulare Nachbarschaftshilfe

Vor Westerland wird Sand für Vorspülungen und für Bau eines Klimadeiches auf Föhr entnommen / Transport mit Hilfe der Nordsee-Strömung

Avatar_shz von
11. Oktober 2018, 15:32 Uhr

Der Deichabschnitt zwischen Utersum und Dunsum ist der letzte neuralgische Punkt an der Föhrer Küste. Deshalb soll dieser Bereich nunmehr zu einem Klimadeich ausgebaut werden, der auch bei einem steigenden Meeresspiegel den Stürmen noch standhält.

Mit dem Baubeginn ist zwar erst in einigen Jahren zu rechnen, doch mit Vorarbeiten hat der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) schon längst begonnen. Denn der Sand, der für den Deich und für die ebenfalls vor Utersum geplante Sandvorspülung benötigt wird, wird schon jetzt in der Nordsee vor der Föhrer Küste „geparkt“.

600 000 Kubikmeter Sand werden für den Deichbau benötigt, 200 000 Kubikmeter für die Vorspülung. Jede Menge Material – und das soll das Meer selbst nach Föhr bringen. Das geht so: Der Sand wird vor der Westerländer Küste entnommen – dort, wo auch der Sand für die Sylter Vorspülungen herkommt.

Per Schiff wird dieser Sand dann nach Hörnum transportiert und in den dortigen Vorstrand eingespült. Den weiteren Transport soll anschließend die Nordsee übernehmen. Das Material wird, so haben es die Fachleute vom Landesbetrieb berechnet, mit der Strömung nach Süden ins sogenannte Vortrapptief verlagert, wo es sich zunächst am nördlichen Hang ablagern soll und später für die Deichverstärkung und die Sandvorspülungen auf Föhr wieder entnommen werden kann.


„Sonst müssten wir ganz um Amrum rum fahren“

„Wir sparen so richtig Kilometer, denn sonst müssten wir ganz um Amrum rum fahren“, erläutert die Direktorin des LKN, Birgit Matelski, die Vorteile dieses Systems. So könne der Sand vom Vortrapptief mit einem Schiff auf kurzem Weg Richtung Föhr gebracht und dann über eine Rohrleitung zur Utersumer Küste gespült werden.

Die ersten 400 000 Kubikmeter Sand wurden dafür bereits im vergangenen Jahr vor Hörnum ins Meer gekippt, die zweite Hälfte soll im nächsten Jahr folgen, kündigt die LKN-Direktorin an.

Doch bleibt der Sylter Sand dann auch tatsächlich an der Lagerstelle liegen, oder könnte er in eine ganz andere Richtung abdriften? „Das Ganze ist ein Pilotprojekt und es wird ein regelmäßiges Vermessungsmonitoring geben“, erklärt Birgit Matelski. Aktuell lägen ihr aber noch keine Daten vor.

Noch kein Datum gibt es bisher auch für den Beginn der Arbeiten auf Föhr selbst, „aber sobald wir das Baurecht haben, geht es los“, sagt Birgit Matelski. „Unser Ziel ist, dass wir die Genehmigungen bis 2020 haben. Wir hätten den Deich 2026 gerne fertig“, betonte die LKN-Direktorin abschließend.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen