Verbindung Hamburg-Westerland : Insider-Information: NOB verliert, Deutsche Bahn übernimmt Züge nach Sylt

Vor allem die NOB ist von den aktuellen Störungen betroffen.
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Vor allem die NOB ist von den aktuellen Störungen betroffen.

Drei Unternehmen haben ihre Angebote für die Strecke zwischen Hamburg und Sylt abgegeben. Kommenden Mittwoch soll der Landtag darüber entscheiden.

shz.de von
08. Juli 2015, 10:11 Uhr

Seit 2005 betreibt die Nord-Ostsee-Bahn (NOB), ein Tochterunternehmen der Veolia-Verkehr, den Personennahverkehr auf der sogenannten Marschbahn. Fast 20.000 Menschen täglich fahren mit einem Zug der NOB zwischen Hamburg und Westerland. Doch damit könnte jetzt Schluss sein: Insider-Informationen zufolge soll künftig wieder die Deutsche Bahn den Nahverkehr auf der 240 Kilometer langen Strecke übernehmen. Offiziell bestätigt oder gar beschlossen ist die Vergabe an DB Regio allerdings noch nicht: Am Mittwoch beriet der Wirtschafts- und Finanzausschuss des Landtages Schleswig-Holstein über das Thema. Eine Entscheidung wurde dort allerdings nicht getroffen, das Thema wurde auf den kommenden Mittwoch vertagt.

Ende Oktober vergangenen Jahres hatte das Land Schleswig-Holstein die Strecke europaweit für eine Laufzeit von zehn Jahren ausgeschrieben: Angebote für den Betrieb ab Dezember 2016 eingereicht haben die drei Verkehrsunternehmen Abellio, DB Regio und NOB. Diese Angebote wurden von der, für die Koordination zuständigen Verkehrsgesellschaft nah.sh im Auftrag des Landes ausgewertet. Laut Branchenkennern soll dabei die DB Regio die Favoritenrolle eingenommen. Auch das Magazin Rail Business schreibt: „Aus Bieterkreisen ist zu erfahren, dass DB Regio in Schleswig-Holstein für die Westküstenstrecke (Netz West) vorne liegt“. Abellio ist nach Angaben des Blattes auf dem zweiten Platz gelandet, die NOB abgeschlagen auf Platz drei.

Burkhard Schulze, Leiter Verkehrswirtschaft der nah.sh, wollte sich auf einer Podiumsdiskussion vergangene Woche in Wenningstedt nicht dazu äußern, wer künftig den Personennahverkehr auf der Marschbahn betreibt. Klar seien bisher nur die geforderten Eckdaten: Es werde auf jeden Fall Sprinterzüge am Wochenende, Bettenwechslerzüge in der Saison sowie bereits ab Dezember leisere Loks geben. Im Unterschied zum Autozug gehören Lokomotiven sowie Waggons der Marschbahn allerdings dem Land Schleswig-Holstein und müssen vom jeweiligen Betreiber geleast werden.

Bei der NOB wollte man sich nicht ausführlich äußern: „Wir haben unser Angebot abgegeben und warten nun, dass das Land das Ergebnis verkündet.“Geschäftsführerin Martina Sandow nannte die Marschbahn eine „sehr anspruchsvollen Strecke, die jedoch viel Spaß macht.“ Nach wie vor hoffe ihr Unternehmen auf einen Zuschlag für die Verlängerung des Betriebs, so die NOB-Geschäftsführerin.

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