Andreas Breitner auf Sylt : Inselpolitiker loben Wohnraumpläne

A. Breitner
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Der schleswig-holsteinische Innenminister stellte gestern den Masterplan für bezahlbares Wohnen vor und besuchte die Polizeistation in Westerland.

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18. Juli 2014, 05:32 Uhr

Großes Lob gab es gestern für den Masterplan der Landesregierung für bezahlbares Wohnen. Andreas Breitner (SPD) war auf die Insel gekommen, weil er „unbedingt persönlich“ das neue Paket für mehr Wohnraum auf Sylt vorstellen wollte. Mit teils überschwänglich formulierten Worten äußerten sich Vertreter aus Inselpolitik und Verwaltung nach einer internen Gesprächsrunde mit dem schleswig-holsteinischen Innenminister gegenüber der Presse.

„Der Masterplan hat es wirklich in sich“, sagte Peter Schnittgard (CDU). „Er bietet über Parteigrenzen hinaus eine hervorragende Grundlage, um praxisorientiert voranzukommen.“ Mit den Häusern und Grundstücken würde das Land nicht nur die notwendige „Hardware“ liefern, sondern es gäbe sozusagen eine „Software“ obendrauf, nämlich die Erhaltung des Lebensgefühls auf der Insel. Der Bürgervorsteher der Gemeinde Sylt hofft außerdem, dass es mit den neuen Maßnahmen gelänge, zirka zehn Prozent der Pendler zurück beziehungsweise neu auf die Insel zu holen.

Auch Katrin Fifeik, die Bürgermeisterin von Wenningstedt-Braderup, dankte dem Innenministerium für seine vorbildliche Arbeit. „Ich hätte nicht zu hoffen gewagt, dass das Land sein Ohr so nah am Leben der Insel hat.“ Mit dem Masterplan würde keine neue „Ghettoisierung“ geschaffen, sondern „wir bekommen dadurch endlich ein Mehr an Normalität.“

Laut Minister Breitner seien insbesondere die Förderbedingungen für das zusätzliche 30 Millionen-Euro-Darlehen zum Neubau sozialgebundener Wohnungen „syltfähig“ gemacht worden. „Die Schere zwischen Einkommen und Wohnkosten klafft auf der Insel ja besonders weit auseinander.“ Sylt hätte eben seine eigenen Gesetze, die bei der Erstellung des Masterplans berücksichtigt wurden. Alle Beteiligten seien davon überzeugt, die richtigen Maßnahmen getroffen zu haben, um „Druck aus dem Kessel“ zu lassen.

Nach der Sommerpause würde der Kooperationsvertrag zwischen dem Land Schleswig-Holstein sowie den Kommunen Sylt und Wenningstedt-Braderup unterzeichnet, sagte Andreas Breitner. Dann wird auch klar sein, zu welchen Bedingungen das Keitumer Polizeihaus an die Gemeinde übertragen wird. Derzeit liefen zu der Liegenschaft mit einem Verkehrswert von 1,6 Millionen Euro bereits Verhandlungen zwischen der Inselverwaltung und dem Kieler Finanzministerium. Ob dabei am Ende eine Ratenzahlungsvariante zu eventuell günstigeren Konditionen oder ein Erbpachtmodell wie bei der Westerländer Marinesiedlung herauskommt, ist derzeit allerdings unklar.

Zum Abschluss war der Innenminister – „wie immer, wenn ich auf Sylt bin“ – in der Polizeistation. Schwerpunkte seiner Gespräche dort seien die Besonderheiten des Bäderdienstes, Zulageverbesserungen für Nachtdienste, der Inselzuschlag und natürlich ebenfalls die hohen Wohnraumkosten gewesen. Zwar wäre die Unterbringung von Saisonkräften gesichert, aber es gelte auch, verstärkt Familien von Polizeibeamten nach Sylt holen zu können.

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