Streit in der Wählergemeinschaft : Inselliste: Zurück in die Zukunft?

Trotz allem geben sie sich optimistisch: Lars Schmidt und Katinka Gosselaar.
Trotz allem geben sie sich optimistisch: Lars Schmidt und Katinka Gosselaar.

Die Widersacher von Katinka Gosselaar und Lars Schmidt erklären mit sofortiger Wirkung ihre Austritte aus der Insel-Liste zukunft.sylt und kündigen die Gründung einer neuen Wählergemeinschaft an.

shz.de von
12. Juni 2014, 19:04 Uhr

Neue Absurditäten im Streit um Katinka Gosselaar erschüttern die Insel-Liste zukunft.sylt und führen zur Gründung einer neuen Wählergemeinschaft.

In zwei voneinander unabhängigen Pressemitteilungen erklärten gestern zuerst die beiden Vorsitzenden Gosselaar und Lars Schmidt, dass sie mit sofortiger Wirkung ihre Vorstandsposten niederlegen und auch als Parteimitglieder austreten. Nur wenige Stunden später folgte eine Erklärung der zehn Widerständler um Hicham Lemsiah, in der diese ebenfalls mitteilten, die Insel-Liste zukunft.sylt geschlossen und mit sofortiger Wirkung zu verlassen. Daraufhin erklärten Schmidt sowie Gosselaar gegenüber der Sylter Rundschau ihre Rücktritte vom Rücktritt: Sie verbleiben in ihren Ämtern und wollen ihre politische Arbeit mit den restlichen 15 Mitgliedern fortführen. „Das empfinden wir als unsere Verpflichtung“, sagte Lars Schmidt. „Anderenfalls würde ja die gesamte Existenz von zukunft.sylt auf dem Spiel stehen!“

Die teilweise öffentlich geführten Diskussionen um die „rein privaten Dinge“, wie Schmidt sagt, oder „unehrenhaften und parteischädigenden Verfehlungen“, so die Gegenspieler, der stellvertretenden Vorsitzenden und Fraktionschefin Gosselaar (wir berichteten) stellten Mitglieder und Unterstützer der Insel-Liste auf eine harte Zerreißprobe, die nunmehr zum endgültigen Bruch geführt hat. Die für den heutigen Abend geplante außerordentliche Mitgliederversammlung sei abgesagt, sagte Parteivorsitzender Schmidt. „Wir wollen jetzt erstmal über den Sommer kommen und uns dann neu aufstellen.“

Das verkünden auch die Widersacher: „Unserer Verantwortung folgend, machen wir daher einen kompletten Neustart und gründen um den Gemeindevertreter Hicham Lemsiah ‚Die Insulaner’, eine neue Wählergemeinschaft.“ Der durch seinen Austritt fraktionslose Lemsiah plant, mit dem Piraten-Politiker Christian Thiessen eine Fraktion zu bilden. Gosselaar will ihr Mandat in der Gemeindevertretung weiter wahrnehmen, allerdings verliert die Insel-Liste zukunft.sylt durch Lemsiahs Wechsel ihren Fraktionsstatus. „Deshalb müssen dann auch alle Ausschüsse, in denen bisher ich unsere Wählergemeinschaft vertrete, neu besetzt werden“, sagt Gosselaar. „Sollte Lemsiah sein Mandat als ‚assoziierter Pirat’ jedoch nicht ausüben, würde der nächste von der zukunft.sylt-Liste nachrücken“, ergänzt Schmidt, „und das bin ich!“ Seine Bewerbung um den Posten des Bürgermeisters sieht er durch die aktuelle Entwicklung nicht gefährdet. „Selbst, wenn ich die Insel-Liste verlassen hätte, wäre ich als unabhängiger Kandidat ins Rennen gegangen. Das hatte ich versprochen und dazu stehe ich auch.“

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