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Flüchtlinge auf Sylt : Inselgemeinden diskutieren Flüchtlingsunterbringung - Uneinigkeit

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Wo sollen künftig Asylsuchende untergebracht werden? Da hat die Gemeinde Sylt andere Vorstellungen als der Rest der Insel. Auf dem jüngsten Amtsausschuss wurde das Thema wieder diskutiert

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erstellt am 07.Dez.2015 | 17:46 Uhr

Wie und wo Flüchtlinge künftig auf Sylt untergebracht werden sollen – diese Frage beschäftigt die Politik der Insel weiterhin. Auf der Sitzung des Amtsausschusses in der vergangenen Woche wurde dabei wieder einmal deutlich: Die Vorstellungen der Gemeinde Sylt und die der amtsangehörigen Gemeinden Hörnum, Wenningstedt-Braderup, Kampen und List sind nicht unbedingt deckungsgleich.

Dadurch, dass das Kommunale Liegenschafts-Management (KLM) in relativ kurzer Zeit recht viele leerstehende Wohnungen in der Wohnsiedlung Süd für die Flüchtlingsunterbringung hergerichtet hat, hat die Insel für die kommenden Monate noch genügend Spielraum, um Neuankömmlinge unterzubringen, erläuterte Ordungsamtlsleiterin Gabriele Gotthardt. Zumindest dann, wenn sich die Prognose des Kreises Nordfriesland bewahrheitet, und Sylt bis zum Frühjahr monatlich ungefähr 50 Asylsuchende zugewiesen bekommt. Doch ab Ende März könnte es eng werden. Der Hauptausschuss der Gemeinde Sylt hatte jüngst beschlossen, dass dann das ehemalige Jugendaufbauwerk (JAW) in Hörnum ins Spiel kommen soll. KLM versucht derzeit herauszufinden, wie viel es die Insel kosten wird, das JAW–Heim wieder herzurichten, außerdem erarbeitet die Diakonie ein Konzept, wie die Menschen dort betreut werden können. Neben dieser Lösung soll nach dem Willen der Politiker auch die ehemalige Grundschule in Morsum oder die ehemalige Marineversorungsschule in List als möglicher Flüchtlings-Wohnraum unter die Lupe genommen werden. Container dagegen stehen bei den Politikern der Gemeinde Sylt noch nicht wirklich im Fokus.

Anders als bei den Bürgermeistern der amtsangehörigen Gemeinden: Wenningstedts Bürgermeisterin Katrin Fifeik wies im Amtsausschuss sichtlich verärgert darauf hin, dass der Amtsausschuss schon vor Monaten gefordert habe, dass die Verwaltung prüfe, wie teuer es sei, Fertig-Holzhäuser für Flüchtlinge beispielsweise auf dem Flughafengelände aufstellen zu lassen. Bisher habe sie darauf keine Antwort erhalten. Das überrasche sie – schließlich habe sich der Amtsausschuss doch eindeutig positioniert, dass man diese Art von Containerlösung bevorzuge. Auf Nachfrage der Sylter Rundschau heißt es vom KLM, bisher sei man – gemäß Auftrag der Politik der Gemeinde Sylt– vor allem mit dem Herrichten der Wohnungen in der Wohnsiedlung Süd und den Berechnungen für das JAW-Heim beschäftigt.

Eine weitere Möglichkeit der Flüchtlingsunterbringung, über die man sich von Seiten der amtsangehörigen Gemeinden mit der Gemeinde Sylt nicht einig ist, ist die leerstehende ehemalige Westerländer Klinik Haus Quickborn. Die Politiker der Gemeinde Sylt hatten sich einstimmig dafür ausgesprochen, dass sie dieses Gebäude nicht für die Flüchtlingsunterbringung anmieten wollen - doch für die anderen Inselgemeinden ist auch diese Option noch nicht vom Tisch.

Vor allem aber drängten die Bürgermeister darauf, dass nun endlich verlässliche Zahlen für die Unterbringung in Fertig-Holzhäusern vorgelegt werden: „Wir wollen innerhalb von 14 Tagen eine Antwort haben“, so Fifeik. Auch Rolf Speth, Bürgermeister in Hörnum und Amtsvorsteher, forderte klare Zahlen ein: „Wir müssen wissen, welche Unterbringungsmöglichkeit nun wie viel kosten soll, bevor wir hier Entscheidungen treffen können.“ Ordnungsamtsleiterin Gabriele Gotthard sagte zu, weitere Vorlagen zu diesem Thema erstellen zu lassen. Gleichzeitig machte sie aber auch deutlich, dass sich dieser Entscheidungsprozess nur noch eine begrenzte Zeit hinziehen dürfte: „Wir können nicht warten, bis alles geprüft ist. Wenn Gefahr im Verzug ist, muss gegebenenfalls schlicht vom Amtsvorsteher entschieden werden, wo die Flüchtlinge untergebracht werden.“

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