Insel zwischen Himmel und Meer

Einer von 15 Inselblicken: Julia Baier erfasst in ihren Schwarz-Weiß-Aufnahmen humorvolle Momente.
Einer von 15 Inselblicken: Julia Baier erfasst in ihren Schwarz-Weiß-Aufnahmen humorvolle Momente.

Avatar_shz von
18. März 2009, 07:08 Uhr

Rantum | Jedem seine Insel: 15 künstlerische Blicke auf die lang gestreckten 100 Quadratkilometer Land in der Nordsee sind vom 20. März bis 31. Mai in der Galerie der Stiftung kunst:raum sylt quelle in Rantum zu sehen. Vereint sind dabei unterschiedliche Intentionen und Generationen: Den Fotografen Volker Hinz beispielsweise schickte der "Stern" 1974 nach Sylt, um die Folgen des Tourismus und die Bausünden für eine Reportage festzuhalten. Die ältesten Bilder stammen von Robert Lebeck, sie lassen die beschwingte Kampen-Szenerie der 60er lebendig werden.

Von den jüngeren Fotografen haben sieben die Insel Sylt als Stipendiaten der Stiftung kunst:raum sylt quelle kennen gelernt. Die Finnin Susanna Majuri zum Beispiel zeigt ein blaues Universum aus Wasser und Himmel. Christian Popkes nüchterner Weitwinkelblick lässt die weihnachtlich dekorierte Musikmuschel wie eine absurde Bühnenkulisse wirken. Die Grenze zwischen Besiedelung und freier Natur erkundet Grit Schwerdtfeger. Humorvolle Momente erfasst Julia Baier in ihren Schwarz-Weiß-Aufnahmen.

Kurator Denis Brudna hat ein Sylt-Panorama mit vielen Facetten aus fünf Jahrzehnten zusammengestellt. Was bleibt, ist die Vergänglichkeit: Peter Bialobrzeski nennt seine von Ölgemälden inspirierten Küstenbilder nach der versunkenen Stadt Rungholt. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Altonaer Museum für Kunst und Kulturgeschichte.

Bei der Vernissage am Freitag um 18 Uhr wird zugleich der "Sylt-Preis für zeitgenössische Fotografie" vergeben, den die Zeitschrift "Photonews" gemeinsam mit dem kunst:raum sylt quelle ausgeschrieben hat. Er geht an Susanne Schleyer.

Zeitgleich zur Sylt-Fotoausstellung zeigt der Hamburger Fotograf Dimitrij Leltschuk Porträts von Stipendiaten der Stiftung kunst:raum sylt quelle. Die "kunst:raum köpfe" sind zu sehen im "Sylt Basket", einer begehbaren Skulptur der Frankfurter Künstler Winter/Hörbelt, die die Stiftung im vergangenen Jahr für das Gelände der Sylt-Quelle erworben hat.

Leltschuk erhielt im Jahr 2006 ein Stipendium des kunst:raums sylt quelle. Seine eindrucksvollen Bilder aus weißrussischen Kinderheimen waren auf der Insel vor einem Jahr im Rahmen der Gruppenausstellung "home bound - von der (Un)behaustheit menschlichen Lebens" zu sehen.

Die Sylt-Fotoausstellung ist täglich von 12 bis 20 Uhr geöffnet, die "kunst:raum köpfe" sind montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr zu sehen
Die Fotografen
Julia Baier (Berlin, geb. 1971), Peter Bialobrzeski (Hamburg, 1961), Denis Brudna (Hamburg), Tine Casper (Bremen, 1979), Julia Einsiedler (Hamburg, 1983), Hans Hansen (Hamburg, 1940), Volker Hinz (Hamburg, 1947), Britta Isenrath (Bremen, 1979), Horst Klöver (Berlin/München, 1970), Robert Lebeck (Berlin, 1929), Martin Liebscher (Berlin/Frankfurt a.M., 1964), Susanna Majuri (Helsinki, 1978), Christian Popkes (Hamburg, 1965), Martin Pudenz (Frankfurt a.M., 1948), Grit Schwerdtfeger (Leipzig, 1971). Kurator: Denis Brudna.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen