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Sylter Rundschau

23. August 2017 | 03:24 Uhr

Insel-Musiker mit Faible für Cash

vom

Oliver Strempler pflegt mit seinen Auftritten das Erbe von Country-Legende Johnny Cash / Bald will er Hank Williams auf die Bühne bringen

Sylt | Ganz genau weiß Oliver Strempler, wo es den besten Espresso am Strand gibt - da macht es ihm auch nichts aus, noch etwas zu warten, bis die Gaststätte seiner Wahl öffnet. Überhaupt weiß der Musiker ziemlich genau, was er will: häufiger Kinderkonzerte am Strand geben können zum Beispiel. "Es ist einfach zu schön, wie die Eltern sich entspannen, wenn ihre Kleinen mit mir Musik machen." Kindekonzerte, Wunschkonzerte und seit zwei Jahren auch seine Johnny-Cash-Auftritte: Der 51-jährige Wahlsylter bestreitet seinen Lebensunterhalt ausschließlich mit seiner Musik - ein Traum, der nur für die Wenigsten wahr wird. Darüber hinaus begleitet Strempler die Wenningstedter Gemeinde jeden Sonntag mit Orgel und Gitarre im Hauptgottesdienst und in der Kinderkirche.

Danach gefragt, ob so viel Selbst-Organisation nicht ein enormes Maß an Disziplin erfordert, relativiert der fleißige Musiker: "Durch die vielen Anfragen, auf Hochzeiten, Taufen und allen möglichen anderen Veranstaltungen zu spielen, ist ein gewisser terminlicher Rahmen schon fest gelegt. Da dann gut vorbereitet zu erscheinen, ist selbstverständlich - ich bin zuverlässig." Ja, das nimmt man ihm sofort ab, dem großen Mann mit den lockigen Haaren und den lustigen Augen, die meist hinter einer Sonnenbrille versteckt bleiben. Die Sonne scheint grell an diesem heißen Tag. Gleich drei Termine warten heute auf den vielbeschäftigten Entertainer: Nach einer Strandhochzeit folgt ein 90-minütiges Konzert am Hörnumer Hafen und am späteren Abend unterhält er die Gäste einer Sylter Hochzeit mit generationsübergreifender Musik. Was ihn motiviert? Oliver Strempler mag einfach, was er tut.

Nach einer Schauspielausbildung in Hamburg, diversen Engagements an kleineren Bühnen und seiner langjährigen Tätigkeit als Geschäftsführer einer Multimedia-Agentur liegt ihm die Musik am meisten am Herzen. Deshalb war ja auch Musikwissenschaft der Studiengang seiner Wahl, nach dem Abitur in Kiel, der Stadt, in der er aufgewachsen ist. Auch wenn ihm dieses Studium zu wenig mit praktischer Musik zu tun hatte, kommt manchmal doch der Musikwissenschaftler in ihm durch: Wenn er etwa darüber spricht, mit welchen Instrumenten denn wohl Gottesdienste in der Renaissance bestritten wurden. Und dann, wenn er seine Themenkonzerte vorbereitet: "Die intensive Beschäftigung mit Johnny Cash war für mich wie ein Sog - ich wollte alles ganz genau wissen."

Hier spricht nicht nur ein musikwissenschaftlich interessierter, sondern auch ein tief berührter Mensch, berührt von den seelischen Untiefen des legendären Musikers. Ähnlich durchgearbeitet hat Strempler sich nun auch durch Leben und Werk der Country-Legende Hank Williams. Auf dieses neue Programm darf man gespannt sein. Das nächste Johnny-Cash-Konzert findet am 15. August in der Friesenkapelle in Wenningstedt statt.

"Ring of Fire" in der Friesenkapelle - Strempler singt Cash, Donnerstag, 15. August, 19.30 Uhr Hommage an Johnny Cash, Friesenkapelle, Wenningstedt, Karten gibt es für 12 Euro (Kinder ermäßigt) an allen insularen Vorverkaufsstellen, mögliche Restkontingente sind an der Abendkasse erhältlich. Der Einlass ist ab 19 Uhr, freie Platzwahl.

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erstellt am 10.Aug.2013 | 05:59 Uhr

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