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Asylbewerber auf Sylt : Insel-Gemeinden sollen Kosten für Flüchtlinge übernehmen

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Ein Runder Tisch am 19. April soll Ehrenamt für Asylbewerber besser koordinieren.

Auf der Insel Sylt leben momentan 89 Flüchtlinge, voraussichtlich wird sich diese Zahl im Laufe diesen Jahres noch deutlich erhöhen. Dass diese Menschen angemessen untergebracht werden können, kostet die Insel Geld – und nicht alles wird dabei vom Land oder dem Kreis Nordfriesland erstattet.

Auf rund 275.000 Euro werden die Inselgemeinden am Ende diesen Jahres sitzen bleiben, schätzt Gabriele Gotthardt, Leiterin des Ordnungsamtes. Auf der jüngsten Sitzung des Amtsausschusses bereitete sie die Inselgemeinden darauf vor, dass auch sie sich neben der Gemeinde Sylt an diesen Kosten beteiligen müssen. Dies stieß auch generell auf Verständnis: „Das ist ein Selbstgänger“, betonte unter anderem Hörnums Bürgermeister Rolf Speth, „wir werden uns sicher je nach Einwohnerstärke an den Kosten beteiligen.“ Gleichzeitig beschäftigte ihn allerdings auch die Frage, ob das Ordnungsamt plane, Asylbewerber in Hörnum unterzubringen: „Wenn das so ist, müssten wir unsere Bürger ja informieren...“

Bisher, so Gotthardt, habe man versucht, dass die Flüchtlinge möglichst zentral auf der Insel leben. Momentan wohnen die 55 Männer, 20 Frauen und 23 Kinder in Unterkünften in Westerland, Tinnum und Keitum. Zudem sind neun von ihnen in einer angemieteten Unterkunft in Leck untergebracht. Diese möchte die Gemeinde allerdings mittelfristig nicht weiter mieten, weil die Betreuung der dort lebenden Flüchtlinge von der Insel aus schwer zu bewerkstelligen ist.

Da es aber generell schwierig sei, genügend Unterkünfte auf der Insel zu finden, könnten die Flüchtlinge theoretisch natürlich in allen Inselorten untergebracht werden.

Katrin Fifeik signalisierte ebenfalls, dass sich die Gemeinde Wenningstedt-Braderup an den Kosten beteiligen werde. Gleichzeitig forderte die Bürgermeisterin aber eine bessere Informationspolitik vom Ordnungsamt ein: „Ich möchte wesentlich genauer und detaillierter wissen, woher die Kosten stammen.“

Dies wurde ihr von Gotthardt zugesichert. Die Leiterin des Ordnungsamtes berichtete den Amtsausschussmitgliedern zudem von der generellen Arbeit mit den Flüchtlingen. Um alle anstehenden Aufgaben bewältigen zu können, hat die Gemeinde Sylt kürzlich eine zusätzliche Stelle in diesem Bereich geschaffen. Durch die sehr schnell ansteigende Anzahl der Flüchtlinge, die der Insel vom Kreis Nordfriesland zugewiesen wurden, habe man bisher „eher jongliert als gearbeitet“, um den Anforderungen gerecht zu werden. Nun aber sei es das Ziel, das vorhandene Engagement von Ehrenamtlern und angestellten Mitarbeitern noch besser zu koordinieren.

Dazu findet am Mittwoch, 29. April, ab 16 Uhr ein Runder Tisch statt, zu dem sich alle interessierten Sylter, die verschiedenen Organisationen, die sich mit den Flüchtlingen befassen und die Mitarbeiter des Ordnungsamts treffen. Mit Unterstützung der AWO sollen dort vier Arbeitskreise gebildet werden, die sich mit den Themen Sprache, Wohnungssuche, Alltagshilfen und Arbeit beschäftigen und für ihren Bereich Strukturen erarbeiten, wie die Flüchtlinge besser unterstützt werden können. Mittelfristig ist das Ziel, dass sich diese Unterstützungsgruppen eigenständig um ihren Bereich kümmern werden. Wo dieser Runde Tisch stattfindet, wird zeitnah in der Sylter Rundschau bekannt gegeben.

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erstellt am 09.Apr.2015 | 05:26 Uhr

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