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Neue Leiterin : "In Wenningstedt wird Frau Kosbü verantwortlich"

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Weil sie mittelfristig für die Eigenständigkeit zu klein ist, bekommt die Norddörferschule keinen offiziellen Schulleiter mehr. Stattdessen wird die ehemalige Lister Rektorin Meike Kosbü dort zur Verantwortlichen.

Sylt | "Ich gehe selbstverständlich davon aus, dass unsere Schule wieder einen eigenen Leiter bekommt."
Das sagte Wenningstedts Bürgermeisterin Katrin Fifeik vergangene Woche. Vorher hatte sie die zuständige Schulrätin Margrit Geißler "ganz explizit" gefragt, wie es in der Norddörferschule weitergehen wird "und sie hat mir zugesagt, dass zum 1. August ein neuer Leiter ernannt wird."

Die Schulrätin verkündet etwas anderes

Was Schulrätin Margrit Geißler gestern auf Nachfrage unserer Zeitung verkündete, klingt ganz anders: "Wenningstedt bekommt keinen eigenen Leiter mehr, weil die Schule mit etwa 80 Kindern jetzt schon an der Schwelle zu zu niedrigen Schülerzahlen steht und es ist vorhersehbar, dass es künftig noch weniger Kinder sein werden." Das Ministerium habe deshalb schon vor einem Jahr entschieden, dass die Schule nicht eigenständig bleiben könne - und dies der Gemeinde Ende vergangenen Jahres schriftlich mitgeteilt. Geißlers Vorschlag sei damals eine Außenstellen-Lösung gewesen, aber dafür läge bis heute kein Antrag des Schulträgers, also der Norddörfer-Gemeinden, vor.

Stattdessen werde jetzt ein Mitglied des Kollegiums zur "Verantwortlichen" erklärt und das sei, so Geißler, die frühere Lister Direktorin Meike Kosbü: "Sie kommt jetzt neu an die Schule, hat die Erfahrung sowie die Kompetenz und wird diese Aufgabe übernehmen."
Fifeik: Dieses Vorgehen finde ich sehr merkwürdig

Fifeik erfuhr diese Tatsache erst gestern aus einer Nachfrage unserer Zeitung: "Davon bin ich jetzt total überrascht. Ich warte auf das von Frau Geißler zugesagte Schreiben mit dem Namen des neuen Schulleiters und dann höre ich jetzt, dass es gar keinen geben wird. Dieses Vorgehen finde ich sehr merkwürdig."

Ursache der Verwirrung scheinen, so Geißler, Missverständnisse in der Formulierung zu sein: "Die Ernennung eines Schulleiters ist etwas Anderes als die Beauftragung einer Person mit Schulleiteraufgaben." Tatsächlich gibt es in der Gemeinde ein Schreiben des Schulamtes aus dem Mai, in dem mitgeteilt wird, dass Kosbü "das Amt der Schulleiterin bekleiden" wird. Fifeik: "Das liest sich für mich so, als würde sie diesen Posten übernehmen. Dass es da Unterschiede gibt, geht daraus nicht hervor."
"Für die Eltern in Wenningstedt ändert sich nichts"

Die Lehrerin selber sagte gestern auf Anfrage unserer Zeitung, dass sie sich, "unabhängig davon, was auf dem Papier steht", als Schulleiterin fühle: "Ich hatte eine sehr nette Übergabe mit meinem Vorgänger Herrn Ußner, habe Bücher bestellt und arbeite jetzt an Stundenplänen."

Vergangene Woche hatte Kosbü, die die einzige Kandidatin für die Leitung der Westerländer Nordkamp-Schule war und dann beide Schulen in Personalunion hätte führen sollen, im Schulleiterwahlausschuss der Stadt keine Mehrheit gefunden (wir berichteten).

Eine Tatsache, der sie auch etwas Positives abgewinnen kann: "Ich muss mich jetzt nicht zwischen den Schulen aufteilen und für Kinder sowie Eltern in Wenningstedt wird sich insofern nichts ändern, als dass sie nach wie vor einen zuständigen Ansprechpartner vor Ort haben."

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erstellt am 08.Aug.2008 | 10:04 Uhr

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