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Kampener Kunstpfad : In Kampen ist der Weg das Ziel

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In Kampen wurden zehn neue Stelen für den Kunstpfad eingeweiht. Insgesamt 32 Tafeln erinnern jetzt an Kunst- und Kulturschaffende mit einem Faible für die Insel.

Sie sprießen fast wie Pilze aus dem Boden. In den letzten Tagen sind an einigen der schönsten Plätze Kampens – für viele Spaziergänger wie aus dem Nichts – zehn neue stählerne Stelen aufgetaucht. Jede der Metalltafeln erinnert an einen mehr oder weniger bekannten Kunst- und Kulturschaffenden, der eine besondere Beziehung zum Ort hatte. Mit den zehn neuen Tafeln hat die Gemeinde ihren 2008 begonnenen Kunstpfad auf nunmehr 32 Exemplare erweitert – „und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht“, sagt

Um beim Bild der Pilze zu bleiben: Auch die Kunstpfad-Stelen sind genießbar, wobei es sich bei ihnen um geistige statt leibliche Nahrung handelt. Und im Gegensatz zu Pfifferling & Co. sind sie quasi für die Ewigkeit geschaffen. Mit Betonfundament, einem Gewicht von 80 Kilogramm und einer Spezialbeschichtung hat Metallbauer Robert Morell dafür gesorgt, dass die an Sylter Buhnen und genietete Schiffsplanken erinnernden Exemplare selbst dem stärksten Orkan trotzen.

Dauerhaft wie die 1,30 Meter hohen Stelen ist auch so manches Zitat, mit dem an den jeweiligen Maler oder Verleger, die Sängerin oder Schriftstellerin erinnert wird. So wie das von Clara Tiedemann, die von 1925 bis 1955 Das Gästehaus Kliffende führte und zum sommerlichen Treffpunkt für das geistige Deutschland machte: „Diese prickelnde Luft, dieser Wind, der einem ständig in den Ohren pfeift, der schneeweiße Strand, diese ganz Pracht ohnegleichen. Kann es irgendwo schöner sein?“

Während man von Clara Tiedemanns Tafel direkt auf Haus Kliffende guckt, befinden sich die übrigen Stelen keineswegs immer dort, wo der Betreffende gewohnt hat. Zum einen, weil es viele Häuser gar nicht mehr gibt, zum anderen, weil es zur Idee des Kunstpfades gehört, „dass die Menschen neugierig werden und nachempfinden können, was die Künstler an Kampen so inspiriert hat und wo für sie die lebenswerten Orte waren“, erklärt Birgit Friese.

Kein Wunder also, dass man rund um die Kupferkanne auf etliche Stelen mit Blick auf Watt und Heide trifft. Passend dazu das Motto des zum Kunst- und Kulturpfad erweiterten Projektes: „Der Weg ist das Ziel.“ Ein Weg, der 2008 von Birgit Friese, dem Kampener Urgestein Falk Eitner und Siegward Sprottes Witwe Cosmea erdacht wurde. Versteigerungen von Werken ihres 2004 in Kampen gestorbenen Mannes (dem 2008 die erste Stele gewidmet wurde) hatten anfangs zur Finanzierung des Kunstpfades beigetragen. Wer mehr über die Künstler wissen möchte, als das, was auf den Tafeln steht, für den gibt es entweder den QR-Code zum abscannen oder ein kleines Büchlein im Kaamp-Hüs.

 

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erstellt am 20.Sep.2013 | 06:00 Uhr

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