Schulzentrum Sylt : In der Mensa kochen auch Gefühle

Vor rund einem Jahr in der Mensa des Schulzentrums Sylt: Wie es dort weitergeht, soll in Gesprächen geklärt werden.
Vor rund einem Jahr in der Mensa des Schulzentrums Sylt: Wie es dort weitergeht, soll in Gesprächen geklärt werden.

Das Diakonische Werk Südtondern hat in der Mensa des Schulzentrums ein neues Buchungssystem eingeführt. Das sorgt jetzt für Unruhe.

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28. Mai 2015, 05:22 Uhr

Sie gilt als eine der besten Schulmensen Schleswig-Holsteins: Das Esszimmer im Schulzentrum Sylt war bisher – so heißt es von der Schulleitung – überdurchschnittlich gut von den Schülern angenommen worden. Nun aber herrscht Unruhe im Schulzentrum. Wie es mit der Mensa weiter gehen soll, darüber beraten momentan der Schulverband der Insel und die Betreiber, das Diakonische Werk Südtondern.

Aber was ist eigentlich los? Konkret möchte sich dazu während der laufenden Gespräche niemand äußern. Auch Nikolas Häckel, Bürgermeister der Gemeinde Sylt, gab sich auf der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses zu diesem Thema recht vage: Es gebe offenbar zahlreiche Gerüchte, zudem „Probleme mit der Versorgung und der preislichen Situation“. Momentan sei seine Verwaltung dabei, sich die genauen Zahlen und Fakten zu diesem Thema zu besorgen.

Fest steht: Die bisherige Küchenchefin des Esszimmers hat gekündigt – das scheint zum Teil zu Verunsicherungen beim Personal und in der Schule zu sorgen. Zudem macht die Mensa trotz eines finanziellen Zuschusses durch den Schulverband und einer Preiserhöhung von 2,50 Euro auf 3 Euro für ein Schüleressen im Laufe des vergangenen Jahres weiterhin finanzielle Verluste, heißt es vom Diakonischen Werk Südtondern.

„Die Finanzsituation ist ein Thema, allerdings ist die Situation auch nicht hochdramatisch“, sagt Nicole Saballus, Leiterin des Diakonischen Werkes Südtondern. Um sinnvoller planen zu können, wie viele Essen pro Tag wirklich gekocht werden müssen, habe man das bisherige Verfahren, dass Schüler auch spontan in der Mensa Mittagessen können nach den Osterferien abgeschafft. Nun müssen sich die Schüler vorab eine Anmeldekarte besorgen, mit der sie ihr Mittagessen vorab im Internet bestellen und auch gleich bezahlen. Heißt: Spontan können die Schüler nicht Mittag essen gehen. Dieses System kritisierte Nikolas Häckel während des Hauptausschusses: „Mir ist wichtig, dass dies eine Mensa mit guter Qualität bleibt und dass es nicht so ist, dass Schüler nicht am Essen teilnehmen können, weil sie sich nicht angemeldet haben.“

Auch Schulleiterin Gonde Detlefsen ist der Ansicht, dass die einstige Möglichkeit, sich spontan fürs Mittagessen zu entscheiden, für die guten Besucherzahlen der Mensa gesorgt habe. Nun würde man einen „massiven Einbruch“ verzeichnen. Das sieht die Diakonie-Leiterin anders: „Das Bestellsystem ist notwendig, und auch in anderen Mensen üblich, um sinnvoll planen zu können und zu vermeiden, dass wir Essen wegschmeißen müssen.“ Durchschnittlich würden im Esszimmer 150 Essen über den Tresen gehen, direkt nach den Osterferien sei die Zahl rückläufig gewesen. Allerdings, so Saballus, hätten sich viele Schüler zunächst auch erst einmal die notwendige Karte besorgen müssen: „Jetzt steigt die Nachfrage stetig, es werden schon wieder über hundert Essen verkauft.“ Sie betont, die Mensa würde ihren Auftrag, die Schüler mit Essen zu versorgen, weiterhin erfüllen – „und zwar mit einer guten Qualität“.

Ob die Diakonie den Betrieb der Mensa weiterführen will, dazu wollte sich Saballa gestern nicht äußern. Die Diakonie habe ein großes Interesse daran, dass der Betrieb der Mensa fortgeführt werde. Allerdings hinge dies auch von den anstehenden Gesprächen mit einem Mensa-Beirat Anfang Juni ab, so Saballus weiter. Eins stellt sie vorab deutlich klar: „Das neue Bestellsystem steht nicht zur Diskussion.“

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