In der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen: Erinnerung an einen Sylter Dicher

Jens Emil Mungard Foto: hn
Jens Emil Mungard Foto: hn

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22. Oktober 2011, 03:59 Uhr

Oranienburg/Sylt | Die KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen erinnert seit Freitag mit einer Gedenktafel an den friesischen Dichter Jens Emil Mungard (1885-1940). Das Denkmal mit einer Inschrift in friesischer und deutscher Sprache wurde von der Friisk Foriining und dem Nordfriisk Instituut in Bredstedt gestiftet, teilte die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten in Oranienburg mit. Der auf Sylt geborene Dichter starb am 13. Februar 1940 nach 377 Tagen Haft im KZ Sachsenhausen.

Mungard gilt den Angaben zufolge als einer der bedeutendsten Dichter friesischer Sprache. Da er nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten in einigen Gedichten das Regime anprangerte und verspottete, wurde er 1935 zum ersten Mal verhaftet. Weitere Verhaftungen folgten. Als Mungard einem von den Nazis verhängten Schreibverbot keine Beachtung schenkte, wurde er Ende 1938 erneut verhaftet und in das KZ Sachsenhausen gebracht, wo er 1940 mit 55 Jahren an den Folgen der Haft starb.

Die Friisk Foriining, 1923 als Friesisch-Schleswigscher Verein gegründet, initiiert und unterstützt den Angaben zufolge eine Vielzahl von Aktivitäten zur Bewahrung und Förderung der friesischen Sprache und Kultur. Das 1964 gegründete Nordfriisk Instituut ist die zentrale wissenschaftliche Einrichtung in Nordfriesland für die Pflege, Förderung und Erforschung der friesischen Sprache, Geschichte und Kultur.

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