Sylter Heimatmuseum : Im Museum geht es „Auf zu neuen Ufern“

Museumsleiter Alexander Römer mit Kuratorin Caludia Schicktanz.
Museumsleiter Alexander Römer mit Kuratorin Caludia Schicktanz.

Die Ausstellung mit Werken von Richter, Bayrle, Doig und Rehberger aus der Sammlung Deutsche Bank wird in Keitum eröffnet.

shz.de von
20. Juli 2018, 05:30 Uhr

Für die Sommerausstellung im Heimatmuseum in Keitum kann Museumsleiter Alexander Römer mit einem ganz besonderen Leckerbissen aufwarten: Kunstwerke aus der Sammlung Deutsche Bank werden erstmalig in dieser Zusammenstellung unter dem Titel „Auf zu neuen Ufern“ der Öffentlichkeit präsentiert.

Vorrangig bei der Auswahl der Werke war, einen Bezug zueinander und zu der Insel Sylt herzustellen. Den hat die Kuratorin Claudia Schicktanz zum einen über die Materialität – es handelt sich nahezu ausschließlich um Papierarbeiten – und die Thematik hergestellt: Was passt besser zu einer Insel als das Thema Wasser?

Wie unterschiedlich sich Künstler je nach Genre und Zeitgeist damit auseinandergesetzt haben, bildet die Ausstellung eindrucksvoll ab.

In den niedrigen und lichtdurchfluteten Ausstellungsräumen des Museums mit Ausblicken auf die reale Nordsee stehen die Arbeiten in einem ganz besonderen Kontext zueinander und der sie umgebenden Realität.

Gerade die Kompaktheit der Präsentation findet Kuratorin Claudia Schicktanz reizvoll, der Besucher sei direkt am Meer dicht an der Kunst und die Werke selbst erzeugten durch ihre Vielfältigkeit eine ungewöhnliche Spannung zueinander.

So hängen zeitgenössische Fotografien der französischen Künstlerin Yto Barrada neben Werken von Gerhard Richter aus den Jahren 1969/1971, dem großformatigen „Miyajima“ von Michael Danner oder der Serie „to a snail“ von Annette Kelm.

Fesselnd sind die zarten Papierarbeiten der chinesisch-australischen Künstlerin Fiona Tan, die Aquarelle von Tobias Rehberger und das Werk ohne Titel von Heinz Mack aus dem Jahr 1963.

Seit mehr als 30 Jahren sammelt die Deutsche Bank Kunst, um einen nachhaltigen Beitrag zur Entwicklung der Gesellschaft zu leisten. Immer wieder werden Werke aus der mittlerweile über 1800 Papierarbeiten und Fotografien umfassenden Sammlung auf Reisen geschickt oder in den Filialen ausgestellt, um möglichst vielen Menschen einen Zugang zu ihnen zu verschaffen. „Für uns ist diese Ausstellung mit ihrem hohen Niveau ein echter Glücksfall“, freut sich Museumsleiter Alexander Römer, „ wir können mit ihr zeitgenössische Kunst in dem historischen Sylter Umfeld zeigen. Das spiegelt wider, wie wir unsere Aufgabe hier auf der Insel verstehen: Wir wollen die Sylter Identität wahren und vor einer durch den starken Tourismus ausgelösten Beliebigkeit schützen. Das ist die Aufgabe unseres Vereins seit über 100 Jahren. Doch wir wollen auch zeitgemäß sein und das in unserem Museum zulassen, was den Charakter der Insel und der Insulaner hervorhebt und stärkt. Dazu gehören die hochrangigen Arbeiten dieser Ausstellung, die sich mit Themen beschäftigen, die eine enge Verbindung zu Sylt haben. Zugleich ermöglicht uns die Deutsche Bank einen großen Schritt in Richtung Professionalisierung. Ohne dieses Kunstengagement hätten wir diese Werke niemals präsentieren können. Dabei sind sie für uns wichtig, um den heutigen Anspruch von Kunstliebhabern zu erfüllen. Unsere Gäste und auch die Sylter selbst kommen in der Welt rum, schauen sich in großen Museen Werke renommierter Künstler an. Auch für diese Menschen müssen wir als Sylter Museum attraktiv bleiben und das können wir mit der Ausstellung ’Zu neuen Ufern’.“

Die Ausstellung wird heute um 19 Uhr im Heimatmuseum Keitum eröffnet. Gezeigt wird sie noch bis zum 2. September.

Tipp: Jeden Donnerstag um 15 Uhr gibt es eine öffentliche Führung durch die Ausstellung. Sie kostet den Museumseintritt zzgl. 2 Euro.

www.soelring-foriining.de




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