„Catapult Air“ : Im hohen Bogen nach Sylt: Witziges Video wird zum Klickhit

Mit einem skurrilen Video ruft das Inselmarketing zu einer Onlinepetition für die Zweigleisigkeit auf.

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23. Juli 2018, 19:54 Uhr

Sylt | Ade, Sylter Bahnchaos – jetzt kommt „Catapult Air“. Ein knapp dreiminütiges Video erobert seit Montagabend die Welt. Der Inhalt: Die Sylter sind das Bahnchaos leid und haben nun selbst eine Alternative gefunden: Ein riesiges Katapult schleudert die Feriengäste auf die Insel.

 

Die fiktive Fluggesellschaft „Catapult Air“ soll Sylt retten. Innerhalb von zwei Minuten kommen die Gäste vom Festland auf die Insel. Der Überflug wird minutiös geschildert – vom „Youngster-Tarif“ beim Ticketverkauf für die jungen Gäste bis zu den Sicherheitsvorschriften. Die Gäste müssen sich beim Start rückwärts auf das riesige Katapult legen, die Füße nach vorne. Unterwegs ist das Möwenfüttern streng untersagt. Und bei der Landung am Sylter Strand ist wiederum Vorsicht geboten. Wer das Luftkissen nicht trifft, landet womöglich im Wasser. Aber selbstverständlich kümmert sich der freundliche Zimmervermieter am Ziel auch um die klitschnassen Gäste – Sylt ist ja eine Premiumdestination.

Der ernste Hintergrund für das lustige Video wird im Nachspann geschildert: „22 Kilometer der Strecke von Niebüll nach Sylt sind seit 1927 immer noch eingleisig. Allein im Mai und Juni sind über 150 Züge ausgefallen, die Pünktlichkeit lag bei unter 40 Prozent.“ Das Video endet mit dem Aufruf, eine Onlinepetition für den zweigleisigen Ausbau der Sylt-Strecke zu unterzeichnen.

Die Gäste stehen Schlange, um mit „Catapult Air“ auf die Insel zu gelangen.
Sylt Marketing GmbH

Die Gäste stehen Schlange, um mit dem „Catapult Air“ auf die Insel zu gelangen.

 

Die Idee für den Kurzfilm hatte Sylt-Marketing-Chef Moritz Luft Ende Mai, als eine Boulevardzeitung titelte: „Fahren Sie bloß nicht nach Sylt.“ Gemeinsam mit einer Hamburger Agentur suchte die Sylt Marketing Gesellschaft (SMG) nach neuen Wegen, raus aus dem Bahnchaos. Das Ergebnis steht seit Montagabend online und hatte innerhalb weniger Stunden Hunderte Aufrufe. Auch die Onlinepetition fand zahlreiche Unterstützer.

„Das Video ist der Hammer“, freute sich Achim Bonnichsen von der Pendlerinitiative, „das geht durch die Decke“. Die Pendlerinitiative sei in die Vorbereitungen eingebunden gewesen, musste  aber bis zur Veröffentlichung dichthalten. Das Projekt habe sicherlich viel Geld gekostet, doch die Unterstützung für die Sylter Bahnprobleme sei es wert.

Hier finden Sie die Petition.

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