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Verkehr in Westerland : Illegal unterwegs auf der Landesstraße 24?

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Ein Verbotsschild warnt vor dem Befahren der Landesstraße im Süden von Westerland. Bei Verstößen droht ein Bußgeld.

Verkehrsverstöße am laufenden Band: „Verbot für Fahrzeuge aller Art“ verheißt das rot-weiße Schild an der L24 südlich vor Westerland, doch das schert viele Autofahrer nicht. Von Rantum kommend, verweigern sie sich der Umleitung, die rechts in die Bäderstraße führt, und fahren links um die Absperrung herum. 25 Euro Bußgeld würden jedesmal fällig, sagt die Polizei. Wenn jemand kontrollieren würde.

Doch warum wird dieses anderthalb Kilometer lange Teilstück der Sylter Hauptverkehrsader nicht endlich wieder für den Verkehr freigegeben? Der halbe Kilometer zwischen der Bäderstraße und dem Ortsschild Westerland ist in gutem Zustand, nur auf dem ein Kilometer langen Abschnitt zwischen der Ortsgrenze und dem Trift fehlt noch die Verschleißdecke.

„Weil sie noch nicht fertig ist“, heißt die kurze Antwort aus dem Rathaus Westerland. Die Energieversorgung Sylt (EVS) erneuert an der Landesstraße 24 ihre Versorgungsleitungen, der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) bessert die Straßendecke aus. Die Baumaßnahmen an der Landesstraße von der Lorens-de-Hahn-Straße bis Kjerstraße dauern bis Frühjahr 2017 an. Die Lorens-de-Hahn-Straße bis zur Straße Trift ist „bis zum Abschluss der Asphaltierungsarbeiten ausschließlich für den Anliegerverkehr freigegeben“, heißt es in einer Pressemitteilung der Inselverwaltung. Doch die Beschilderung spricht eine andere Sprache – demnach wäre jedes Befahren der Straße verboten.

„Richtig ist die Beschilderung der zuständigen Straßenverkehrsbehörde, die mit dem LBV.SH abgestimmt ist“, klärt Bürgermeister Nikolas Häckel die Verwirrung auf. Der Pressetext folge „einem (nichtöffentlichen) Agreement vor Ort“. Klartext: Ein Zusatzschild „Anlieger frei“ würden viele Autofahrer als Einladung nehmen, das Verbotsschild einfach zu ignorieren.

„Anlieger“ sind nach der Straßenverkehrsordnung aber längst nicht alle, die ein „Anliegen“ haben. Nur wer dort wohnt oder vor hat, jemanden in einer Anliegerstraße zu besuchen oder abzuholen, der darf unbesorgt einfahren, erläutert die Deutsche Anwaltshotline. Wer die Straße als Abkürzung verwendet, muss mit einem Bußgeld rechnen.

„Mit dieser Beschilderung trägt jeder unberechtigte Durchfahrer die Haftung für Schäden durch die bzw. an der nicht fertigen Straße“, sagt Bürgermeister Häckel. Auch das Landesverkehrsministerium warnt vor dem Befahren seiner gesperrten Straße: „Wenn ein Unfall passiert, zahlt keine Versicherung.“ Derzeit gehöre die Baustelle der EVS, erst Ende März 2017 sei hier wieder der Landesbetrieb gefordert. Dann wird dort die „Asphalttragschicht“ ausgebracht.

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