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Sylter Rundschau

13. Dezember 2017 | 08:38 Uhr

Ideallösung oder Wunschvorstellung?

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Zu den Problemen der Geburtshilfe auf Sylt und der im Gesundheitsausschuss präsentierten Lösung

von
erstellt am 05.Okt.2013 | 00:33 Uhr

Mit der am Mittwoch im Gesundheitsausschuss präsentierten Lösung könnten die seit einem Jahr bestehenden Probleme der Geburtshilfe gelöst werden – sinnvoll, kurzfristig und nachhaltig. Die drei auf Sylt ansässigen Hebammen teilen sich ihre Aufgaben genauso wie die beiden Insel-Gynäkologen. Die Klinik stockt die Bezahlung der Hebammen auf und die Gemeinde hilft bei den Versicherungsbeiträgen. Alles super. Allerdings bleibt vorerst die Ungewissheit, ob diese Ideallösung nicht doch nur eine Wunschvorstellung bleibt.

Die entscheidende Frage, die im Ausschuss leider nicht gestellt wurde, ist doch: Warum ist die Nordseeklinik – die noch nicht einmal mit am Tisch saß – selbst nicht längst auf diese nahe liegende Lösung gekommen? Der Satz von Klinik-Geschäftsführer Florian Nachtwey, „Unser Ziel ist es, auch weiterhin Geburten auf Sylt zu ermöglichen“, klingt eindeutig nach gutem Willen, er sagt jedoch leider nichts darüber aus, zu welchen Bedingungen. Angesichts der derzeitigen Honorierung und Arbeitsbedingungen wies ein betroffener Familievater zu Recht darauf hin, dass man Verträge auch so gestalten könne, „dass sie niemand unterschreibt“.

Dass sich Geburten für eine Klinik schon lange nicht mehr rechnen, beweist das bundesweite Sterben von Geburtsstationen – egal ob von den Kliniken selbst betrieben oder von Beleg-Ärzten und -Hebammen. Das betrifft sogar Kliniken, die viermal so viele Geburten wie auf Sylt verzeichnen. Der große Unterschied ist jedoch, dass Sylt eine Insel ist, von der man nicht eben mal ins nächste Kranken- oder Geburtshaus fahren kann. Daher hat ein Inselkrankenhaus eine besondere Verantwortung. Genauso übrigens wie das Land, das der Klinik viel Geld für die sogenannte Grund- und Regelversorgung der Insulaner bezahlt, die Krankenkassen und die Ärzte. Sie alle sollten froh über jede Frau sein, die auf der Insel ein Kind zur Welt bringen möchte – koste es, was es wolle.

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