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Ausbildung auf der Insel : „Ich wollte unbedingt auf Sylt lernen“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Ausbildung auf der Insel: In einer neuen SR-Serie stellen wir ganz unterschiedliche junge Leute vor, die hier ins Berufsleben starten. Heute erzählt Antonia Brinkmann von ihren Erlebnissen als Koch-Azubi im Ebbe & Food.

Antonia Brinkmann (25 Jahre aus Osnabrück) ist angehende Köchin im Dorint Strandresort Sylt. Im Restaurant Ebbe & Food im Dorint Hotel in Westerland schaut sie Ausbilder und Küchenchef Oliver Bergerhausen über die Schulter und hantiert im dritten Lehrjahr mit Töpfen und Pfannen.


Warum haben Sie sich für diese Ausbildung entschieden?
Ich wollte nach dem Abitur gerne etwas Praktisches machen. Ich hatte angefangen BWL zu studieren, merkte aber schnell, dass das nichts für ist. Da ich mich schon immer für gutes Essen und Essen in andere Kulturen interessiert habe, dachte ich, dass diese Ausbildung was für mich wäre.


Welchen Einfluss hatten Elternhaus, Schule und Medien auf Ihre Berufswahl?
Eigentlich gar keinen. Meine Mutter kocht zwar privat sehr gut, war aber ziemlich erstaunt, dass ausgerechnet ich Köchin werden will, denn ich habe früher eher selten gekocht. Da wir auch sonst keine Gastronomen in der Familie haben, bin ich schon ein Sonderfall.


Wie entscheidend war für Sie die Lehrstelle in diesem Betrieb?
Ich hatte mich zwar auch in anderen Hotels auf der Insel beworben, fühlte mich nach dem Probearbeiten im Dorint aber sofort so wohl, dass ich mich spontan für diesen Betrieb entschieden habe.


Hätten Sie den Beruf auch ergriffen, wenn Sie nicht hier hätten lernen können?
Ja, auf jeden Fall. Ich hatte ja auch andere Zusagen bekommen und hatte somit die Wahl. Über die Zusage im Dorint habe ich mich aber ganz besonders gefreut.


Wie wichtig ist es für Sie, dass Ihre Lehrstelle auf Sylt ist?
Das war mir sehr wichtig. Ich kenne die Insel aus meinen Kindertagen und habe mich in den Ferien einfach in Sylt verliebt. Ich wollte unbedingt hier lernen und arbeiten und habe mich nirgendwo sonst in Deutschland beworben. Die Sylter Gastronomie hat zudem einen sehr guten Ruf und kann einem Tür und Tor öffnen.


Wie würden Sie Ihr Verhältnis zu den Ausbildern beschreiben?
Mein Ausbilder Oliver Bergerhausen ist ein sehr netter, lockerer Chef, den wir auch Duzen dürfen. Trotz der bestehenden Rangordnung ist er offen für meine Ideen und Vorschläge und ich darf auch mal ausgefallene Rezepte ausprobieren.

Wie würden Sie das Betriebsklima beschreiben?
Im Großen und Ganzen sehr entspannt. Es gibt natürlich auch Stress-Phasen, in denen wirklich hart gearbeitet werden muss und der Ton sich kurzfristig etwas verschärft. Aber eine gute Portion Stress gehört einfach dazu und macht auch Spaß.


Wie unterstützt Ihr Lehrbetrieb Ihre Ausbildung?
Dadurch, dass wir in der Küche alle Posten von der kalten Küche bis zur Patisserie ausprobieren können, lernen wir sehr viel im Umgang mit den Produkten und über die Zubereitung. Zusätzlich zum Blockunterricht in der Berufsschule gibt es interne Schulungen zu speziellen Themen, wie Menükunde, Warenkunde oder Hygiene. Neulich war sogar Fernsehkoch Mario Kotaska für zwei Tage hier, was unheimlich viel Spaß gemacht hat und lehrreich war.


Wie empfinden Sie Ihre Arbeitszeiten?
Die sind eigentlich recht entspannt. Es gibt bei uns Frühdienst ab 5.30 Uhr, Teildienst von 10 bis 14 und von 17.30 bis 22 Uhr und schließlich Spätdienst von 14 bis 22 Uhr. Und wir haben zwei freie Tage pro Woche. Manchmal ist es jedoch schwierig, mit Freunden, die nicht aus der Gastronomie kommen, einen privaten Termin zu finden.


Was macht Ihnen am meisten Spaß?
Der Umgang mit den tollen, frischen Produkten und die Vielfalt an Zubereitungs-möglichkeiten. Besonders der Fisch beeindruckt mich immer wieder durch seine Vielfältigkeit.


Welche Fortbildungs- und Aufstiegschancen haben Sie?
Für die Azubis im dritten Lehrjahr veranstaltet das Dorint einen Wettbewerb. Beim „Dorint-Oskar“ bekommen wir einen Warenkorb und müssen dann spontan daraus ein Menü schreiben, kochen und kalkulieren. Darauf freue ich mich schon sehr. Wenn ich im nächsten Jahr ausgebildete Köchin bin, würde ich natürlich gerne hier bleiben. Falls kein Posten für mich frei wäre, würde ich mich anderweitig auf der Insel umsehen und erst einmal in meinem Job weiter praktische Erfahrung sammeln. Da auf der Insel ständig qualifiziertes Personal gesucht wird, sind die Aufstiegschancen eigentlich recht gut.


Was ist das Besondere an Ihrem Ausbildungsbetrieb?
Das Umfeld ist hier ganz besonders entspannt und schön. Und ich darf auf meiner Lieblingsinsel leben und arbeiten.


Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Ganz viele, interessante Erfahrungen zu sammeln und vielleicht eines Tages nach Kapstadt zu reisen, um dort zu leben und zu arbeiten.

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erstellt am 29.Aug.2013 | 16:58 Uhr

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