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Sylter Rundschau

19. Oktober 2017 | 14:53 Uhr

„Ich wollte es zu etwas bringen“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In der Serie Sylter Köpfe spricht Immobilienmakler Peter Peters über Berufs-Klischees, Bodenhaftung und seinen persönlichen Antrieb

von
erstellt am 31.Jan.2014 | 18:55 Uhr

Gespräch mit Peter Peters in seinem Wenningstedter Büro, stilvoll im alten Friesenhaus – „Glück unter Reet“ hieße das im Maklerjargon wahrscheinlich. Aber den verwendet der 43-Jährige nicht – oder zumindest nicht den Jargon, den man als Nicht-Makler von einem erwartet, der auf Sylt Luxusimmobilien an den Mann bringt. Luxusimmobilien? Da widerspricht Peters gleich – wie während der gesamten Unterhaltung sehr höflich, aber oft sehr vehement: „Ich sehe mich nicht als Luxus-Makler.“ Er vermittle Immobilien aller Preiskategorien, ohnehin sei doch klar, dass es auf Sylt nur mit allen zusammen gehe, den Syltern und den Gästen, den Zweitwohnungsbesitzern und den Zugezogenen ... Überhaupt – über Sylt, und was hier seiner Meinung nach schief läuft, darüber spricht Peters, der für die CDU in der Kommunalpolitik aktiv ist, gern.

Aber erst einmal soll es ja um ihn gehen, ums Persönliche, vielleicht auch um die Frage, warum einer Immobilienmakler auf Sylt wird. Wenn Peters seine Lebensgeschichte erzählt, entspannt, anekdotisch, hört sich diese fast einen Ticken zu geradlinig an.

Peter Peters wurde in Westerland geboren, wuchs mit seiner Schwester „in bescheidenen Verhältnissen“ bei seiner Mutter auf, die er heute als sehr fleißig bezeichnet und einem Vater, „der nicht sehr engagiert war im Leben“. Das habe er anders machen wollen: „Ich wollte es zu etwas bringen.“ Neben der Schule jobbte er, trug zehn Jahre lang Zeitungen aus oder vermittelte mit 17 Jahren Freunde „im ersten Babysitter-Service Sylt“. Bei letzterem lacht Peters stolz: „Das Provisionsgeschäft wurde mir wohl in die Wiege gelegt.“ Obwohl – als Kind habe er eigentlich Bauer werden wollen, dann Forscher, dann Polizist: „Irgendwann habe ich aber gemerkt: Das sind alles Jobs, bei denen man sich andere Wünsche im Leben nicht erfüllen kann“.

Nach dem Abitur machte Peters seinen Wehrdienst bei der Marine – eine „super tolle Zeit“, sagt er. Ja, da stehe er zu, und auch zur Bundeswehr – wenn’s um Werte geht, wird der Makler ernst – „da wird man als Mann zum anständigen Kerl erzogen“, zu einem mit all diesen Sekundärtugenden wie Pflichtbewusstsein, Aufrichtigkeit, einem gesunden Demokratieverständnis.

Dass genau diese bürgerlichen Werte einem Immobilienmakler auf Sylt tendenziell eher abgehen, ist gerade auf der Insel eine nicht unübliche Meinung. „Schade“, findet Peters, „die Investoren, die Makler gelten in der Tat oft als die Bösen – dabei ist der Makler auch nur ein Dienstleister. Wenn Sie Ihr geerbtes Haus auf Sylt verkaufen wollen, ist doch nicht der Makler Schuld daran.“ Diese Doppelmoral sei vielleicht auch typisch für Deutschland – „in England oder in den USA ist Makler ein sehr angesehener Beruf“. Er schätze die Kreativität, die er mit sich bringe, und die Zusammenkünfte mit Menschen, das Soziale. Und, das möchte Peters nicht verhehlen, dass man als Sylter Immobilienmakler gelegentlich auch mit Prominenz zusammen kommt, denen man ein Haus auf Sylt vermittelt hat.

Zurück zur Biographie: Nach einer Bankenlehre fing Peters 1995 bei Immobilien König an, „dort lenkte ich 13 Jahre die Geschicke der Firma“. Bevor er sich 2011 selbstständig machte, arbeitete er als Mitgesellschafter bei Engel & Völkers. „Gewisse Stationen haben sich in meinem Leben einfach ergeben“, sagt er. Das klingt echt glatt. Gibt es gar keine Brüche? „Doch. Die Brüche gab’s im Privatleben. Bei dieser Aussage möchte ich es aber auch belassen.“

Das Private ist allerdings der Bereich, für den sich Peters für das restliche Leben am meisten Zeit wünscht. Gute Gespräche, gute Zeiten mit der Familie und viele Reisen. Die aber immer wieder zurück nach Sylt führen: „Ich liebe diese Insel doch. Auch wenn ihr manchmal die Bodenhaftung fehlt.“

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