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Mensch des Jahres 2013 : „Ich weiß immer, was ich erreichen kann“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Renate Brinkmann ist eine der vier Sylter Kandidaten für die Aktion Mensch des Jahres. Sie engagiert sich seit mehr als 50 Jahren für Unicef.

shz.de von
erstellt am 25.Okt.2013 | 14:40 Uhr

Beinahe ihr ganzes Leben lang engagiert sich Renate Brinkmann schon für Unicef. Mit 22 Jahren begann die heute 73-Jährige im westfälischen Lengerich, mit dem Verkauf von Grußkarten für die Kinderhilfsorganisation. „Ich hatte zwei kleine Kinder und wollte auch denen helfen, denen es nicht so gut geht“, erzählt sie.

Bei Unicef hat der Lehrerin für Rhythmik und Instrumentalunterricht besonders gefallen, dass schnell Erfolge zu sehen sind. „Man weiß immer, was man mit einem bestimmten Betrag erreichen kann. Schnell ist so das Geld für eine Impfung oder einen Schulkoffer zusammen“, erklärt Brinkmann.

Als sie 1973 aus beruflichen Gründen nach Sylt zog, gründete sie dort sofort eine Unicef-Gruppe. „Ich habe schon von Lengerich aus Sylter angeschrieben und ohne Unterbrechung weiter gearbeitet. Ich habe sehr schnell nette, engagierte Mitarbeiter gefunden, die mich unterstützten.“ Das ist auch heute, ein halbes Jahrhundert, nachdem Brinkmann ihren ersten Kontakt mit der Hilfsorganisation hatte, noch so. Immer hat sie einen Stamm von fünf bis zehn ehrenamtlichen Mitarbeitern auf der Insel, die sie darin unterstützen, Kartensendungen auszuzeichnen, Spendendosen vorzubereiten, sich über neue Projekte zu informieren, an Marktständen Postkarten vorzubereiten und Ausstellungen zu organisieren. Und die Sylter sind gerne bereit, zu spenden oder die Aktionen anderweitig zu unterstützen. „Eine Zeit lang haben beispielsweise Künstler ihre Werke zur Verfügung gestellt, damit wir sie für den guten Zweck versteigern können“, erzählt die Mutter von vier Kindern und Großmutter von drei Enkelkindern. „Das müssen aus rechtlichen Gründen heute leider andere für uns organisieren, wie beispielsweise die Kunstfreunde.“

Ab und zu muss Brinkmann aber auch noch Überzeugungsarbeit leisten. „Viele sagen zu mir, es gäbe auch arme Sylter Kindern, denen man helfen müsse. Aber hier leidet niemand Hunger, es gibt sauberes, fließendes Wasser und ärztliche Versorgung.“

Wenn Renate Brinkmann sich gerade einmal nicht für Kinder in Not in Afrika, Asien oder Südamerika einsetzt, gehört ihre ganze Liebe dem Chorgesang und dem Reisen. Sie ist Mitglied in der Keitumer Kantorei, hat aber schon bei Konzerten in Lübeck, Hamburg, Berlin oder in ihrer Lieblingsstadt Venedig mitgesungen. Wenn sie dann unterwegs ist, versäumt es Brinkmann nie, die Unicef-Standorte vor Ort zu besuchen.

In den vierzig Jahren, die Renate Brinkmann jetzt schon auf Sylt für Unicef arbeitet, hat sich ihre Einstellung zu dem, was Hilfsorganisationen leisten können, stark verändert. „Am Anfang dachte ich noch, ich könne die Welt verändern“, aber seitdem habe sie viel über die Leiden und Kriege erfahren müssen. Heute hält sie es deshalb mit dem verstorbenen Unicef-Botschafter Sir PeterUstinov: „Hilfe für Kinder ist kein Tropfen auf den heißen Stein, sie ist ein Tropfen im Ozean, der nicht verloren geht.“

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