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Sylter CDU-Kandidat für Bürgermeisterwahl : „Ich sehe bei mir sehr hohe Chancen“

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Bernd Reinartz über seine Aussichten bei der Bürgermeister-Wahl, sein Verhältnis zur CDU und seine Haltung zu Gabriele Pauli

Herr Reinartz, in den letzten Tagen meldeten sich weitere Aspiranten auf die Kandidatur für das Sylter Bürgermeisteramt. Beginnt jetzt richtig der Wahlkampf?

Begonnen hat er ja schon länger. Es sieht jetzt so aus, dass er medial beginnt, vor allem durch die Medienpräsenz von Frau Dr. Pauli. Aus meiner Sicht beginnt er aber erst richtig Ende Oktober, wenn die Herbstferien vorbei sind.

Hat die Medienpräsenz von Gabriele Pauli Sie beeindruckt oder gar erschrocken?

Nein, ich habe ja schon vorher einiges von Frau Pauli mitbekommen und da sie Medienprofi ist, hat mich das nicht erschrocken.

Nun ist die Medienpräsenz von Frau Pauli eine weit über die Insel hinausgehende, bundesweite Präsenz. Empfinden Sie das als Vorteil für Frau Pauli und ihren Wahlkampf?

Die Wahl wird auf der Insel entschieden, deshalb glaube ich nicht, dass die bundesweite mediale Präsenz etwas für den Wahlausgang hier bewirkt. Man kann natürlich sagen, dass diese enorme Aufmerksamkeit, die der Kandidatur von Frau Pauli bundesweit entgegen gebracht wird, erstaunlich ist. Sie ist wohl auch Sylt geschuldet, weil vieles, was hier auf der Insel passiert, mediale Aufmerksamkeit provoziert. Aber bei der Wahl des Bürgermeisters wählen nur die Bürger der Gemeinde Sylt.

Frau Pauli erfährt aber gerade auf Sylt einen großen Rückhalt und viel Zustimmung zu ihrer Kandidatur. Wie sieht es bei Ihnen aus? Steht die CDU noch geschlossen hinter Ihnen?

Ja, das kann ich so sagen, wobei es in der CDU – wie auch in anderen Parteien – immer Personen geben wird, die vielleicht den einen oder anderen Kandidaten präferieren.

Und Sie stehen auch immer noch voll und ganz zu Ihrer Kandidatur?

Auf jeden Fall. Meine Lust auf den Wahlkampf – und vor allem auf das Amt – sind seit Bekanntgabe meiner Kandidatur gestiegen. Deshalb würde ich es auch begrüßen, wenn es mehr um die Aufgaben des Bürgermeisters geht und nicht nur um die Frage, wer repräsentiert die Insel am besten.

Nun war es gerade Frau Pauli, die sich als erste der Kandidaten zu Themen und Inhalten geäußert hat, die sie als mögliche Bürgermeisterin angehen würde. Von allen anderen Kandidaten, auch von Ihnen Herr Reinartz, ist da bisher noch nichts gekommen. Woran liegt das?

Nun, das wird daran liegen, dass Frau Pauli so in den Medien ist. Die anderen Kandidaten, mich eingeschlossen, sind ja noch sehr zurückhaltend ...

Warum?

Ich kann das nur für mich beantworten, aber ich halte es für zu früh, jetzt schon richtig Wahlkampf zu machen. Ich bin in der Vorbereitung und das werden die anderen vermutlich auch sein.

Können Sie trotzdem schon mal sagen, wo Ihre thematischen Eckpunkte für den Wahlkampf liegen werden?

Es wird in erster Linie die Verwaltungsstruktur sein, um zu schauen, wie die Verwaltung effizienter wird. Ich glaube, da kann einiges getan werden, aber das lässt sich auch erst genau bestimmen, wenn man im Amt ist. Ich denke, dass eine Zentralisierung der Verwaltung erforderlich ist, denn die räumliche Distanz der einzelnen Abteilungen ist nicht gut. Die anderen Themen wie Wohnungsbau und Tourismus lesen Sie bei allen anderen auch. Wir müssen wohl gerade bei der Wohnungsproblematik zunächst einmal eine Begriffsklärung schaffen, um dann auch sehen zu können, wie wir uns diesem Thema nähern und wie wir es lösen können.

Das Verhältnis von Politik und Verwaltung ist immer wieder ein problematisiertes. Haben Sie da eine Vorstellung, wie sich dies Verhältnis verbessern lässt?

In meinen Gesprächen mit den Fraktionen der politischen Parteien hier hat sich mir auch das Bild geboten, dass es eine Diskrepanz zwischen Verwaltung und den Gemeindevertretern gibt, die zu einem Grundmisstrauen geführt hat. Das wird man beseitigen müssen und durch ein kooperatives Zusammenwirken auch beseitigen können.

Wäre es nicht gerade auch mit Blick auf das spannungsgeladene Verhältnis von Politik und Verwaltung gut, wenn Sie von mehr als nur einer Partei getragen würden?

An mir soll es nicht liegen. Ich habe mich bei allen Parteien vorgestellt, sehr gute, angenehme Gespräche geführt und auch gesehen, dass wir in vielen Punkten auf einer gemeinsamen Linie und die Parteien untereinander auch gar nicht so weit auseinander liegen.

Woran liegt es denn, dass Sie trotzdem nicht von mehr als einer Partei unterstützt werden. Haben Sie mit der CDU den falschen Partner gefunden?

Das sicher nicht. Klar ist aber auch, dass ich parteilos bin und das auch bleiben werde. Vielleicht gibt es Empfindlichkeiten, aber ich kann es nicht wirklich sagen.

Haben Sie sich schon mit Frau Reiber über das Amt und seine Aufgaben unterhalten?

Ja, ich habe mich mit ihr mehrmals getroffen und unterhalten. Frau Reiber sagt aber auch klar, dass sie nicht die einzelnen Kandidaten im Wahlkampf ins Amt einführt. Das ist auch gut so, finde ich.

Ist denn mit Ihnen von Seiten der CDU darüber gesprochen worden, welche Strategie zu entwickeln ist, um gegen starke Mitbewerber zu punkten?

Nein, nicht mit Blick auf die Kandidatur von Frau Pauli. Wir sind schon länger im Gespräch über verschiedene Strategien, nicht erst seit ein paar Tagen. Wie gesagt, für mich beginnt erst noch die heiße Phase des Wahlkampfes. Und erst dann werden auch die Strategien greifen.

Als die CDU-Mitglieder aufgefordert wurden, über Ihre Kandidatur abzustimmen, sind von 180 gerade mal 30 gekommen. Kein starkes Signal der Unterstützung – oder?

Ja, es hätten mehr sein dürfen, aber als besonders schlimm empfinde ich es nicht. Es hat sicher auch an dem Procedere gelegen, dass der Vorstand beschlossen hatte, mich zu nominieren und viele Mitglieder deshalb nicht mehr die Notwendigkeit sahen, diesen Vorschlag zu bestätigen, weil es ja schon beschlossene Sache war. Bei der SWG ist das Procedere bekanntlich auch nicht anders.

War das der falsche Weg?

Ich kann es nicht sagen, das wird sich vielleicht im Dezember zeigen, wenn die Wahl gelaufen ist.

Wenn man überlegt, dass jeder freie Kandidat mindestens 135 Stimmen braucht, Sie aber mit 30 Stimmen schon im Rennen waren, ist das ein schräges Verhältnis – oder?

Wenn man das so sieht, mögen Sie Recht haben. Aber wenn ich hätte Stimmen sammeln müssen, hätte ich sicher kein Problem mindestens die 135 Stimmen zu bekommen.

Wo sehen Sie sich im Ranking der Chancen der einzelnen Kandidaten?

Ich sehe bei mir noch sehr hohe Chancen.

Wer ist aus Ihrer Sicht Ihr stärkster Konkurrent?

Nach wie vor Herr Häckel, nicht Frau Pauli. Aber das kann sich vielleicht noch drehen.

Warum?

Weil wir beide die einzigen sind, die von einer Partei beziehungsweise Wählergemeinschaft unterstützt werden, die jeweils einen starken Rückhalt bei den Wählern hat.

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erstellt am 16.Sep.2014 | 05:58 Uhr

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