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Leiter der Schutzstation Wattenmeer : „Ich habe viele ambitionierte Ziele“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Dennis Schaper leitet auf der Insel die fünf Stationen der Schutzstation Wattenmeer. Mit seinem unkonventionellen Lebenslauf bringt er frischen Wind in den Naturschutzverein

Es riecht weihnachtlich in dem sonst noch eher leeren Büro in der Arche Wattenmeer: Eine Duftlampe mit einem ätherischen Öl sorgt für den schönen Orangen-Duft. Am Schreibtisch sitzt Dennis Schaper hinter einem großen Computer-Bildschirm. „Hier riecht es noch immer ein bisschen nach Farbe, wenn ich die Kerze nicht anhabe“, sagt er augenzwinkernd.

Lange ist er noch nicht auf der Insel. Seit etwas über einem halben Jahr leitet er auf Sylt die fünf Stationen der Schutzstation Wattenmeer, koordiniert unter anderem im Sommer 25 und im Winter zehn Freiwillige, die über die ganze Insel verteilt ihren Dienst machen.

Ganz neu ist das alles aber für ihn nicht: Vor 15 Jahren machte er seinen Zivildienst in der Geschäftsstelle in Rendsburg. „Obwohl ich damals eigentlich schon an die Küste wollte, war ich in der Zentrale schon ganz gut aufgehoben“, sagt er lachend. Denn dort bekam er wichtige Einblicke in das Vereinsgeschehen, war bei Podiumsdiskussionen dabei und lernte, wie Naturschutz hinter den Kulissen funktioniert.

Nach seinem Zivildienst sei der Kontakt zur Schutzstation zunächt abgebrochen. Er machte eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann, danach führte ihn sein Weg in die Wirtschaft. „Ich habe einen sehr bunten Lebenslauf“, gibt er zu, „aber jede einzelne Station hat mich immer weitergebracht.“ Er habe schon einen Kanu-Verleih in Göttingen geleitet, hat sich in Natur- und Wildnispädagogik weitergebildet und lebte die letzten sechs Jahre in Großbritannien. Zuletzt war er dort im sportlichen Bereich selbständig: „Ich hatte einen Online-Shop für Slack-Lines, die ich aus Deutschland nach Großbritannien und Irland vertrieben habe.“

Doch sein Weg brachte ihn wieder nach Deutschland. Den Schritt von Insel zu Insel hat sich der 36-Jährige allerdings gut überlegt. Über einen Tipp von einem Freund erfuhr er von der Stelle. „Ich hatte mir im letzten Jahr viel Zeit genommen um herauszufinden, was ich eigentlich machen will und habe festgestellt, dass diese Stelle fast genau dem entspricht, was ich mir vorgestellt habe.“

Mit seinem eher unkonventionellen Lebenslauf habe er aber genau die richtige Mischung als Mitarbeiter für die Schutzstation Wattenmeer mitgebracht, vermutet Schaper. „Zum einen kenne ich mich mit Personalverantwortung gut aus, zum anderen bringe ich ein wenig wirtschaftliches Denken mit.“

Aufgaben an seinem noch neuen Arbeitsplatz habe der 36-Jährige reichlich: „In der kurzen Zeit, in der ich jetzt hier bin, habe ich so viele ambitionistische Ziele entwickelt, dass mir in der kommenden Zeit bestimmt nicht langweilig wird“, sagt er lachend. Daher habe der Neu-Insulaner vor der kalten Jahreszeit auch keine große Angst. Eines seiner Ziele sei es, ein paar mehr Menschen in die Arche Wattenmeer nach Hörnum zu locken. „In unsere Ausstellung ist so viel Geld reingeflossen und hier wurde so etwas besonderes aufgebaut“, sagt Schaper, „das sollte sich auch weiter herumsprechen.“

Aktuell beschäftige ihn natürlich auch die Lage der Hörnumer Odde, die nach den vergangenen Herbststürmen immer weiter geschrumpft ist. „Ich weiß leider auch nicht, was des Rätsels letzte Lösung ist, finde es aber wichtig, dass wir weiterhin von der Schutzstation Besucher und Insulaner über die Odde informieren“, sagt er betroffen. Außerdem möchte er eine neue Besucherlenkung einrichten, die bei bestimmten Tidenzeiten von der Umrundung der Südspitze abrät. „Damit die Leute nicht noch mehr Dünen zertrampeln, weil man am Strand nicht mehr gehen kann.“

Dass es ihn für den Job auf die Insel verschlagen hat, freut den gebürtigen Niedersachsen: „Ein bisschen kannte ich die Insel schon aus meiner Zeit als Zivi“, erzählt er, „und die Natur finde ich noch genauso schön wie damals.“ In seiner kleinen Wohnung direkt neben der Arche, die er mit seiner neuseeländischen Freundin bewohnt, fühlt er sich auch wohl und freut sich auf die Zukunft: „Ich denke, ich bin hier ganz gut aufgehoben.“

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erstellt am 22.Nov.2015 | 17:30 Uhr

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