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"Ich habe mir den Traum erfüllt, den jeder Reporter hat"

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Der Kölner Medienunternehmer Axel Link hat den Sender Sylt 1 ins Leben gerufen

shz.de von
erstellt am 18.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Sylt | Manche Sätze sagen Menschen nur, wenn sie hundertprozentig davon überzeugt sind, dass es bei ihnen anders laufen wird: "Fernsehen ist einer der elegantesten Wege pleite zu gehen" ist so ein Satz. Und der Kölner Medienunternehmer Axel Link, der ihn gelassen in der Ständigen Vertretung in Westerland ausspricht, gibt sich extrem überzeugt, dass es bei seinem neuen Fernsehsender über die Insel, Sylt 1, anders laufen wird. Eine Stunde über die Insel soll es ab heute im Kabelnetz geben, außerdem finden sich Beiträge des Senders im Internet.

Nun posiert der 53-Jährige fürs Foto mit dem Kölsch in der Hand - "Journalisten lieben Klischees", Link auch: "Ich habe mir den Traum erfüllt, den jeder junge Reporter hat - einen eigenen Fernsehsender", erklärt der ehemalige Südwestrundfunk- und RTL-Mann. Der Syltbezug besteht bei ihm durch seine Frau, einer gebürtigen Wenningstedterin - mit ihr und seinen vier Kindern verbringt Link seit Jahren viel Zeit auf der Insel. Auch die jüngste Tochter (12) ist auf der Insel geboren: "Mein Schwager sagte, der Makel einer Festlandsgeburt ist nie wieder weg zu bekommen - da hat meine Frau sie halt hier gekriegt." Der Hauptwohnsitz der Familie liegt aber weiterhin in Köln, momentan pendelt Link einmal pro Woche hin und her. Die Nachrichten für sein Programm drehen momentan drei Mitarbeiter auf der Insel, für längere Reportagen lässt Link freie Journalisten kommen oder greift selbst zur Kamera: "Wir produzieren sehr günstig."

Langfristig soll sich sein Sender über Werbung finanzieren, fürs erste Jahr sei die Finanzierung durch einen Gesellschafter finanziert. Und warum ist sich Link so sicher, dass sein Plan funktioniert? "Weil Sylt eine sehr starke Marke ist." Weil rund 800 000 Urlauber jährlich auf die Insel kommen. Weil, so Link, all die Sylt-Fans in ganz Deutschland über ihre Insel auf dem Laufenden bleiben wollen. Vor allem soll es in seinem Programm um touristische Themen gehen und - da scheut sich Link auch nicht, es zu sagen: "Ums Wetter. Ist ja ein Riesenthema hier." Aktuelle Geschehnisse sollen in den täglichen Nachrichten aufgegriffen werden, " ich möchte, dass unsere Zuschauer so informiert sind, dass sie abends am Sylter Kneipentresen mitreden können."

Und in Zukunft sollen diese Zuschauer noch stärker in seinen Sender eingebunden werden: Mit einer neuen Handy-App könne der Sylt-Besucher seine Handy-Aufnahmen direkt ins System des Senders einspeisen. "Und wenn es uns gefällt, kommt es ins Programm." Hauptsache, sagt Link noch, es werden Emotionen transportiert. Und das sei bei Sylt ja nicht schwer.

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