Sylter CDU-Bürgermeisterkandidat : „Ich bin nicht unpolitisch“

Will ausgleichen und vermitteln: Bernd Reinartz
Will ausgleichen und vermitteln: Bernd Reinartz

Der Vorstand des CDU-Ortsverbandes der Gemeinde Sylt will Bernd Reinartz als Bürgermeister-Kandidaten nominieren.

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24. Juni 2014, 06:00 Uhr

„Bernd Reinartz verfügt über alle Voraussetzungen, die wir vom künftigen Bürgermeister der Gemeinde Sylt erwarten“, ließ Oliver Ewald gleich zu Beginn der gestrigen Pressekonferenz des CDU-Ortsverbandes der Gemeinde Sylt wissen. Als Vorsitzender des Ortsverbandes begründete Ewald dann seine Begeisterung für den parteilosen 54-jährigen Bürovorsteher und Rechtsfachwirt. „Bernd Reinartz steht für kompetente, ruhige und sachorientierte Arbeit. Er kann Menschen zusammenführen, ausgleichen, aber auch führen“. Die Begeisterung für die immer wieder betonte „ruhige, ausgleichende Art“ von Bernd Reinartz, der unter rund 20 Bewerbern von der CDU ausgewählt wurde, teilen alle Mitglieder des Vorstandes. In einer Mitgliederversammlung muss jetzt noch die Sylter CDU-Basis dem Vorschlag des Vorstandes folgen.

Die Sylter Rundschau wollte von Bernd Reinartz wissen, warum und mit welchen Zielen er sich als Bürgermeister-Kandidat der CDU nominieren lassen will.

Herr Reinartz, Sie haben sich bei der CDU als Kandidat für die Sylter Bürgermeisterwahl beworben. Warum?

Es war keine Selbstbewerbung, falls Sie das meinen, sondern eher das Ergebnis eines Gespräches zwischen Oliver Ewald und mir, doch meinen Hut in den Ring zu werfen. Und da ich der Meinung bin, dass man nicht nur ständig kritisieren und bemängeln darf, sondern auch selbst aktiv werden sollte, habe ich mich nach einigen Gesprächen und Überlegungen dazu entschlossen, meine Bewerbung für das Amt einzureichen. Aber ich bin kein Politiker, sondern eher jemand, der Arbeit machen will in einem Amt.

Der Job des Bürgermeisters ist zum einen die Führung einer großen Verwaltung, zum anderen aber braucht man auf dem Posten auch großes politisches Geschick. Nun sagen Sie, Sie sind kein Politiker. Wie geht das zusammen?

Ich bin nicht unpolitisch. Aber es geht auf Sylt auch darum, Verwaltung und Politik zusammen zu führen. Wenn man vernünftige Arbeit in der Verwaltung machen will, muss man gut vorbereitet in die Gemeindevertretung gehen.

Wenn Sie von außen auf das Sylter Rathaus und seine internen Abläufe und Strukturen schauen, welches Bild haben Sie dann? Ein zerrissenes?

Zerrissen würde ich nicht sagen, aber es hapert an einigen Stellen. Ich kann es ja nur von außen beurteilen, aber manchmal bekommt man schon mit, dass die Verwaltung nicht mit einer Stimme spricht.

Warum glauben Sie, Sie sind der richtige Kandidat?

Ich bin ein Mensch, der sehr gut zuhören kann, der beobachtet, der gut vorbereiten und ausführen kann. Allein durch meine Ausbildung zum Mediator glaube ich, gut mit Konflikten umgehen zu können.

Konfliktfelder gibt es reichlich auf Sylt. Welche Themen werden Sie hoch priorisiert angehen, sollten Sie der neue Bürgermeister werden?

Ich würde erstmal eine gewisse Zeit im Amt brauchen, um zu erkennen, wo die wichtigsten Probleme in der Verwaltung sind. Es hat in der Vergangenheit Probleme zwischen Gemeindevertretung und Verwaltung gegeben, deshalb sehe ich es als eine wichtige Aufgabe an, dass sich das Verhältnis wieder bessert.

Für wie groß schätzen Sie denn die Chance ein, als Parteiloser auch von den anderen Parteien der Insel als Bürgermeister-Kandidat mit getragen zu werden?

Ich glaube, dadurch dass mich viele Menschen auf der Insel als engagierten Bürger kennen und wohl auch schätzen, ist meine Kandidatur vielleicht auch für die anderen Parteien akzeptabel.

Apropos: Bekanntheit und Popularität. Der Sylter Bürgermeister wird nicht von Parteien, sondern von den Bürgern gewählt. Glauben Sie, dass Ihre Person genügend bekannt und beliebt ist, um gewählt zu werden?

Es wird sicherlich noch mehr werden, aber ich bin einer breiten Bevölkerung bekannt.

Ein Motiv für Ihre Bewerbung ist auch, dass Sie auch die neue berufliche Herausforderung reizt. Wäre Sylter Bürgermeister ein großer Karrieresprung für Sie?

Nö! In meinem bisherigen Job habe ich alles erreicht. Jetzt reizt mich diese Herausforderung.

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