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Kunst auf Sylt : „Ich bin kein typischer Inselmaler“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Christian Holtmann erklärt im Interview, wie schwer es ist, Jürgen Gosch künstlerisch aufzugreifen.

Alljährlich aufs Neue bestimmen die Sylter Kunstfreunde einen Inselmaler, der mit der Unvoreingenommenheit des Außenstehenden seine individuellen insularen Eindrücke und Erfahrungen künstlerisch verarbeitet. Christian Holtmann, 1970 im westfälischen Rheine geboren, ist der Inselmaler 2014. Mit ihm sprach unser Mitarbeiter Klaus Lorkowski.

Christian, im Januar haben wir uns das letzte Mal hier auf Sylt gesprochen. Welche Eindrücke und Erfahrungen hast Du in der Zwischenzeit auf der Insel sammeln können?
Zunächst einmal: Im Januar traf ich kaum auf Touristen und es herrschte eine große Leere und Stille. Jetzt ist das natürlich anders. Alle zwei Monate war ich danach auf der Insel und wurde dabei mit vielen Insulanern bekannt: mit Jürgen Gosch ebenso wie mit Herbert Seckler und seiner Sansibar oder Tanja Langmaack vom Café Wien. Alle diese Treffen dienten einzig und allein meinem künstlerischen Ansatz und meiner Arbeit.

Dein künstlerischer Ansatz lautet, die „Spuren des Alltags künstlerisch zu verarbeiten“. Wie sieht das ganz konkret aus?
Ich spüre den Dingen des Alltags nach: den Gütern des Alltags, aber auch Menschen, die typisch sind für eine Region. Das verarbeite ich künstlerisch, etwa, indem ich sie verfremde. Das ist das Anliegen der Pop-Art, der ich mich verbunden fühle. So habe ich die für das Restaurant Sansibar typische Currywurst-Sauce, ähnlich wie der Amerikaner Andy Warhol, großformatig auf eine Blechdose übertragen. Das Bild hängt jetzt in der Sansibar aus. Drucke davon kann man an Ort und Stelle erwerben. Bei Jürgen Gosch war das schwer – und leicht zugleich, denn er ist ja die Marke an sich. Was mache ich künstlerisch mit Jürgen Gosch? Das war die Frage, vor der ich stand. Ich habe eine Lösung gefunden. Sie wird in der Ausstellung und auch im Katalog zu finden sein.

In einer für meine Begriffe kühnen Aussage hast Du einmal die Insel Sylt mit New-York verglichen. Hältst Du diesen Vergleich nach wie vor aufrecht?
In Bezug auf die gesellschaftlichen Gegebenheiten: Ja, auf jeden Fall. Hier gibt es eine ausgesprochen facettenreiche Gesellschaft. Ich denke dabei auch an die mediale Präsenz, die Sylt immer wieder so darstellt.

In etwa drei Wochen wirst Du das Ergebnis Deines Schaffens als Inselmaler in Form einer Ausstellung in der Alten Post vorstellen. Was dürfen wir erwarten?
Das, was man typischerweise von einem Inselmaler erwartet, nicht. Keine Bilder mit Dünen, Wolken oder Meer. Statt dessen werde ich mein ganz persönliches, humorvolles Portrait der Insel präsentieren.

Und welches Eis hast Du jetzt gegessen?
Erdbeereis, natürlich!

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