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Amt Landschaft sylt : „Ich bin ein Kommunikations-Talent“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Tina Haltermann ist die neue Leitende Verwaltungsbeamtin des Amtes Landschaft Sylt / Ein Gespräch über Aufgaben und Visionen

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2017 | 05:55 Uhr

Herausforderungen ist Tina Haltermann gewohnt: Bisher war die Sozialwissenschaftlerin als Koordinatorin für Flüchtlingsangelegenheiten der Insel zuständig. Seit dem 1. September ist die gebürtige Eutinerin die neue Leitende Verwaltungsbeamtin des Amtes Landschaft Sylt – eine Funktion, die bisher Bürgermeister Nikolas Häckel inne hatte. Als Ansprechpartnerin für die Gemeinden List, Wenningstedt-Braderup, Kampen und Hörnum kümmert sie sich in Zukunft um alle Verwaltungsangelegenheiten.

Im Interview mit der Sylter Rundschau erzählt die 39-Jährige, wie sie zu diesem Job gekommen ist, welche Aufgaben auf sie zukommen und wen sie bei offenen Fragen ansprechen kann.

Frau Haltermann, in ihrer neuen Funktion als Leitende Verwaltungsbeamtin haben Sie in den vier Amtsgemeinden mit vielen unterschiedlichen Charakteren und auch angespannten Verhältnissen zu tun. Eine Herausforderung für Sie?
Eine Herausforderung, die ich sehr gerne annehme. Bisher wurde ich in jeder Gemeinde aber sehr nett aufgenommen und pflege ein ausgezeichnetes Verhältnis zu allen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern. Sie unterstützten mich zudem sehr, weil es Bereiche gibt, in die ich mich neu einarbeiten muss. Viele von ihnen sind schon einige Jahre im Amt, wissen Bescheid und können mir bei offenen Fragen helfen.

Von der Koordinatorin für Flüchtlingsangelegenheiten der Insel Sylt zur Leitenden Verwaltungsbeamtin für das Amt Landschaft Sylt. Wie sind Sie zu ihrem neuen Aufgabenbereich gekommen?
Im ersten Drittel des Jahres gab es eine Ausschreibung, in der das Aufgabengebiet beschrieben war. Darauf habe ich mich beworben, da ich die Themenbereiche sehr spannend fand und eine neue Herausforderung suchte.

Was sind das für „spannende“ Themenbereiche?
Meine Aufgabe ist die Koordinierung zwischen den amtsangehörigen Gemeinden und der Inselverwaltung. Das hat viel mit Kommunikation zu tun – und das kann ich.

Haben Sie ein Beispiel für Ihr neues Aufgabengebiet?
Das kann von der kleinsten Fragestellung über Veranstaltungen, bis hin zu Fragen zum Ordnungsrecht oder Bebauungsplänen gehen. Eben das ganze Portfolio, das es in so einer Verwaltung gibt.

Sehen Sie sich dabei als Service oder als Mitgestalterin?
Ganz klar als Service. Ich bin dafür zuständig, zwischen den einzelnen Parteien zu vermitteln und die Durchführung ihrer Beschlüsse zu kontrollieren. Ich sehe mich in keiner gestaltenden Funktion, sondern in einer rein koordinierenden und führe die Geschäfte des Amtes Landschaft Sylt, allerdings unter der Leitung des Amtsvorstehers Rolf Speth. Ich bin dabei Ansprechpartnerin für alle, übernehme aber keine Sachbearbeitung. Die geht in die Fachabteilung, wie Bauamt oder Ordnungsamt. Denn es ist mir nicht möglich in jeder Fachabteilung so fit zu sein, dass ich jede Frage beantworten könnte. Und Kommunalrecht hat so viele Facetten, daher ist es wichtig, dass sich Kollegen zu Rate zu ziehen, die damit täglich zu tun haben.

Also halten Sie sich inhaltlich aus den Themen der Gemeinden raus?
Ja, total. Ich nehme zwar an allen Gemeindevertreter-Sitzungen teil, bin aber nicht befugt mir über Entscheidungen, die in den Gemeinden getroffen werden, eine Meinung zu bilden und dazu Stellung zu nehmen. Mir ist ganz wichtig, dass ich neutral bin. Ich achte aber darauf, dass die Informationen, die gebraucht werden, vorliegen. Dann haben die, die sich eine Meinung bilden müssen, die Grundlage dafür. Der Amtsausschuss, der über meine Einstellung entschieden hat, weiß, dass ich ein weißes, neutrales Blatt bin. Ich bin nicht in den Verstrickungen, die es in den Gemeinden gibt, habe keine vorgefestigte Meinung und ergreife keine Partei.

Welche Themen werden Sie als Leitende Verwaltungsbeamtin unter anderem beschäftigen?
Natürlich große Bauprojekte wie in List der Lanserhof oder der Lister Markt sind Themen, in die ich einbezogen werde. Aber auch Kommunales steht auf meiner Agenda, gerade in Hörnum. Dort gibt es von unterschiedlichen Parteien unterschiedliche Ansichten. Und ich bin daran gehalten, zusammen mit den Kollegen der Fachabteilungen Aussagen treffen zu können, die rechtlich einwandfrei sind.

Die Arbeit klingt sehr umfangreich. Arbeiten Sie Vollzeit als LVB?
Nein, meine Stelle ist auf 20 Stunden angelegt und damit bleiben noch 19 Stunden für eine Vollzeit-Stelle übrig. In dieser Zeit betreue und koordiniere noch das Ehrenamt im Bereich Flüchtlingshilfe und arbeite mich gerade in den Teilbereich der Seniorenarbeit ein.

Lassen sich diese Bereiche miteinander vereinbaren?
Natürlich ist das im Moment ein großes Aufgabengebiet. Allerdings: Die Koordination im Ehrenamt habe ich auch schon vorher gemacht und dort muss ich mich nicht neu einarbeiten. Im Seniorenbereich habe ich durch mein Studium der Sozialwissenschaften und meine Arbeit als stellvertretende Einrichtungsleiterin der AWO Wenningstedt Erfahrung sammeln können. Wie sich die Arbeitsaufteilung aber in Zukunft gestalten wird, steht derzeit noch nicht fest. Ich bin ja erst seit sechs Wochen LVB und muss schauen, was wie viel Zeit in Anspruch nimmt. Zum Glück habe ich aber eine große Verwaltung hinter mir mit Kollegen, die in der Materie drin sind. Außerdem habe ich die Kommunalaufsicht in Husum, die ich jederzeit kontaktieren kann.

Welchen Eindruck haben Sie in den vergangenen sechs Wochen von den Gemeinden und ihren Vertretern bekommen?
In ausnahmslos allen Gemeinden sind engagierte Menschen, die versuchen, ihren Ort voranzubringen. Ich finde es toll, wenn Menschen sich ehrenamtlich einbringen und das möchte ich unterstützen. Das war auch ein Grund, weshalb ich mich auf die Stelle beworben habe.





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