Erneutes Unglück : Holtenauer Brücke: Radfahrer stürzt in den Tod

Bereits der zweite Radfahrer starb beim Sturz von der Holtenauer Hochbrücke.  Foto: dpa
Bereits der zweite Radfahrer starb beim Sturz von der Holtenauer Hochbrücke. Foto: dpa

Er fuhr mit seinem Rennrad auf der Holtenauer Hochbrücke, als er vermutlich gegen ein Verkehrsschild prallte und über das Brückengeländer hinweg 40 Meter in die Tiefe stürzte.

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03. Oktober 2010, 09:25 Uhr

kiel | Polizisten fanden am Donnerstagabend in der Uferumgebung unter der Brücke den leblosen Körper eines 31-jährigen Kielers, der noch an der Unfallstelle starb. "Wir wissen nicht genau, wann und wie der Unfall passiert ist, es gibt bisher keine Zeugen", so Tanja Emmen, Sprecherin der Polizeidirektion Kiel.

Bemerkt wurde der Unfall erst, nachdem eine Frau gegen 20 Uhr auf der Brücke ein herrenloses Fahrrad fand und die Polizei informierte. Aufgrund der Spuren am Unglücksort gehen die Beamten davon aus, dass der Radfahrer mit dem Lenker das Verkehrszeichen rammte, dann gegen das Geländer schleuderte und in die Tiefe stürzte.

An derselben Stelle, die dem Kieler zum Verhängnis wurde, verunglückte bereits im August 2006 ein Radfahrer, nachdem an seinem Rad die Kette abgesprungen war. Damals berichteten Augenzeugen, dass der Mann ins Schleudern kam, auf das Geländer rutschte und dann hinunter auf die Böschung fiel.

Beide Unfälle ereigneten sich auf dem abschüssigen Teil des Geh- und Radwegs in Richtung Kiel, so dass die Fahrer nicht in den Kanal, sondern auf das Ufer fielen. "Das Geländer der Brücke ist 1,30 Meter hoch, wenn man auf dem Fahrrad sitzt, kommt einem das ziemlich niedrig vor", so Polizeisprecherin Tanja Emmen. Wie schon nach dem ersten Unfall werde es eine Untersuchung geben. Die Staatsanwaltschaft Kiel hat einen Sachverständigen mit der Ermittlung der Unfallursache beauftragt.

Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr, der für die Sicherheit auf der Hochbrücke zuständig ist, will diese Untersuchung abwarten. "Je nachdem, was die Ermittlungen ergeben, werden wir entsprechende Maßnahmen ergreifen", so Torsten Conradt, Direktor des Landesbetriebs. Nach dem Unglück vor vier Jahren sei das Geländer bereits überprüft worden, doch da dessen Höhe den Vorschriften entsprach, habe es keine Nachrüstungen gegeben.

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