zur Navigation springen

Touristische Zwischenbilanz : Holprige Saison für das Sylter Gastgewerbe

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Einbrüche bis zu 25 Prozent bei Hotels und Gastronomie: Die Dehoga zieht eine eher maue Bilanz. Bei Sylts Touristikern fällt sie dagegen deutlich besser aus.

von
erstellt am 17.Okt.2013 | 19:32 Uhr

Sylt | Bei den kühlen Temperaturen der vergangenen Tage gerät er langsam in Vergessenheit, der Sylt-Sommer 2013. Bevor der Winter nun vollkommen über der Insel herein bricht, zieht die Sylter Rundschau noch schnell eine Zwischen-Bilanz.

Eher bitter schmecken diese Zahlen der Gastronomie: Vom ersten Januar bis heute seien dort die Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 20 Prozent eingebrochen, berichtet Dehoga-Vorsitzender Stephan Beck. In der Hotellerie schätzt er die Einbußen inselweit sogar auf rund 25 Prozent, betont aber: „Das gilt natürlich nicht für jedes Haus – das ist sehr von der Lage und der Ausstattung abhängig.“ Für ihn ist damit dringender Handlungsbedarf geboten: „Wir müssen verstärkt an unserem Image arbeiten.“ Das „leidige Wohnraumproblem“ für Sylter beispielsweise sei zwar Fakt, aber würde dem Image der Insel bundesweit schaden. Und auch das Wetter ist schuld: „Sieben Wochen Sonne konnten uns nicht rausreißen.“

Für die Gemeinde Sylt liegen bei Gäste- und Übernachtungszahlen bisher nur vorläufige Werte vor, „da erfahrungsgemäß in den kommenden Wochen noch zahlreiche Nachmeldungen der Vermieter beim Insel-Sylt Tourismus Service (ISTS) beziehungsweise bei der Gemeinde Sylt auflaufen werden“, erklärt Thomas Thomsen vom ISTS. Für den Zeitraum bis Ende August diesen Jahres muss er vorläufig einen leichten Rückgang der Gästezahlen vermelden – im schlimmsten Fall liegt dieser bei minus 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Situation stellt sich bei den Übernachtungszahlen ähnlich da – bestenfalls seien sie gleich geblieben, schlechtestenfalls um zwei Prozent zurückgegangen.

Grund zur Panik sieht Thomsen allerdings nicht: „Durch den Ferienmonat Oktober und die diversen Nachmeldungen der Vermieter kann und wird sich das Ergebnis noch verändern – eventuell sogar verbessern, sodass zum Jahresende statt des bisher immer befürchteten deutlichen Rückganges der Gäste- und Übernachtungszahlen von bis zu minus fünf Prozent lediglich eine sehr geringe Veränderung zu 2012 eintreten wird“, vermutet er. Gegebenenfalls könnten die Vorjahreszahlen sogar gehalten oder leicht verbessert werden.

Bei den vier Haupt-Erlösbereichen des ISTS zeigen sich bis Ende September recht unterschiedliche Ergebnisse im Vergleich zum Vorjahr: Bei der Strandkorbvermietung wird sich ein Plus von zehn Prozent wohl bis zum Jahresende halten. Der Campingplatz Rantum hat im Umsatz um fünf Prozent zugelegt. Durch den recht schönen Juli und August, so Thomsen, verzeichnet das Freizeitbad Sylter Welle bisher im Vergleich zum Vorjahr Umsatzeinbrüche von gut fünf Prozent; beim Syltness Center ist der Umsatz ähnlich wie im Vorjahr.

Auch in List möchte Kurdirektor Boris Ziegler bisher nur schätzen: „Ich glaube, wir landen am Ende des Jahres dort, wo wir im Vorjahr standen.“ Wie in den anderen Inselgemeinden auch, erlebte der Inselort ein touristisch „sehr schwaches“ Frühjahr, das von einem recht guten Sommer gefolgt wurde: „Wir hatten mehrere Tage, an denen alle Strandkörbe ausgebucht waren – das ist nach den Erfahrungen der Vorjahre schon etwas Besonderes“, so Ziegler. Ob die Sommer- und Herbstmonate das Frühjahrs-Defizit ausmerzen können – da möchte sich Ziegler nicht festlegen: „Gefühlt ist dieser Herbst touristisch aber eher übersichtlich.“

Anders als Ziegler freut sich Matthias Strasser, Geschäftsführer des Erlebniszentrums Naturgewalten, über schlechtes Wetter. Deshalb war er mit dem „Sommer des Jahrzehnts“, wie er es ausdrückt, zumindest beruflich nicht zufrieden: „Die Besucherzahlen waren bestimmt um 20 Prozent schlechter als im Vorjahr.“ Dafür hätten aber die Wattführungen, was die Teilnehmerzahlen betrifft, alle Rekorde gebrochen.Am anderen Ende der Insel gibt Hörnums Tourismusdirektorin Christin Scholz eine ähnliche Einschätzung wie ihre Kollegen in den Gemeinden Sylt und List ab. „Wir werden mit geringen Verlusten rechnen müssen“, lautet dort die „grobe Schätzung“.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen